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Natur schützende Naturfotografen?

Eigentlich selbstverständlich, würden einige sicherlich sagen, etwas skeptisch schauen würden wohl einige andere. Die Themen „Ethik in der Naturfotografie“ und „Naturschutz und Naturfotografie“ sind nach wie vor viel diskutiert, wie unter anderem die Veranstaltung „Ethik und Naturschutz in der Naturfotografie“ des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) auf der Insel Vilm im Jahr 2015 gezeigt hat. Dass ein Blog nicht die geeignete Diskussionsplattform hierfür sein kann, ist klar. Soll sie auch gar nicht, vielmehr wollen wir in dieser Serie unseren Mitgliedern und anderen Naturfotografen eine Plattform bieten, sich und Ihre Arbeit für den Naturschutz kurz vorzustellen. So wollen wir zeigen, was neben den zahlreichen Diskussionen zu dem Thema längst in der Praxis passiert und vielleicht den ein oder anderen zum Nachmachen, Nachdenken, Nachfragen anregen. Den Anfang damit macht Christoph Kaula mit einem kurzen Beitrag zum Spatzenhotel im Storchennest.


Jahr um Jahr werden Laichgewässer zubetoniert, Höhlenbäume gefällt und der Lebensraum für Flora und Fauna schwindet. Wir, die uns an der Natur erfreuen, werden stets mit diesen traurigen Tatsachen konfrontiert. Durch unsere Naturfotos können wir einen Zugang zur Natur und deren Schutz schaffen. Wenn wir darüber hinaus auch noch ein wenig Energie in den aktiven Arten- und Naturschutz investieren, dann können wir (zumindest kleinräumig) die Natur und ihre Bewohner unterstützen.

Mir war es mir schon immer ein großes Anliegen, der Natur etwas zurückzugeben.
Vor wenigen Jahren kauften meine Eltern einen einzeln stehenden, alten Hof in Nordhessen. Er liegt in einer bergigen Kulturlandschaft, von der aus das Wasser in ein Tal am Fuße des Grundstücks fließt. Da sich das Wasser dort staut, haben wir gleich zu Anfang mehrere Teiche ausgehoben. Schon nach ein paar Wochen kamen regelmäßig Hirsche und Rehe zum Trinken, Schwarzstörche flogen über die Fläche und Frösche nutzten die Teiche als Laichgewässer. In Zukunft wollen wir noch einen deutlich größeren Teich anlegen. Im Sommer möchte ich eine Legesteinmauer an den Südhang bauen, damit auch Reptilien und Insekten einen Unterschlupf finden können.

Anfang des Jahres war es Zeit für ein neues Projekt: Da die Ederauen nicht fern sind, lag es nahe, auf dem alten, unbenutzten Kamin einen Storchenhorst zu installieren.

Das Grundgerüst bildet eine Siebdruckplatte und Reste vom Terrassenbau.

Auf der Unterseite ist eine Holzfassung um den Kamin verschraubt.

Zwischen jeder Sprosse entstand ein Spatzennistkasten.

Ein Weidengeflecht bildet den Storchenhorst.

Insgesamt befinden sich jetzt 16 Spatzennistkästen unter dem Storchennest, die ohne weiteren großen Aufwand lediglich durch das Anschrauben eines weiteren Bretts entstanden sind.

Der alte Kamin hat Öffnungen zu zwei Seiten. Da er jedoch nicht mehr genutzt wird, bietet er Platz für einen Waldkauz oder Dohlen. Damit diese jedoch nicht in den Kamin fallen können, haben wir circa 30cm unter der Öffnung ein Brett eingemauert. Außerdem ist deutlich tiefer im Kamin noch ein zweites Brett eingemauert. Durch mehrere kleine Öffnungen zwischen den Ziegeln des alten Kamins könnten hier Fledermäuse einziehen.

Anschließend wurde der Horst noch mit reichlich Nistmaterial befüllt und nachträglich mit weißer Kalkfarbe bespritzt, damit er möglichst benutzt aussieht und besser angenommen wird.

Natürlich muss es nicht gleich ein Storchennest auf eurem Dach sein. Es reichen schon ganz kleine Veränderungen an Balkon, Terrasse oder im Garten.

Auch Bilche, wie dieser Siebenschläfer, profitieren von künstlichen Nisthilfen.

Aktiver Naturschutz muss nicht unbedingt mit großem Aufwand verbunden sein. Aus alten Holzresten lässt sich schnell ein Nistkasten oder eine Halbhöhle bauen, ein bisschen Schilf bietet Möglichkeiten für ein Insektenhotel, ein paar alte Ziegel lassen sich schnell zu einem Unterschlupf für Kriechtiere und Insekten zusammenlegen und ein matschiger Bereich im Garten kann zu einem Tümpel für Amphibien und Co. umgebaut werden.
Außerdem erfreut das nicht nur die Tiere, auch wir haben etwas davon, wenn wir sie dann beobachten können.


Christoph Kaula
www.impressionenjaeger.de


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