„Geiz ist geil“ – und im Zweifel gefährlich.

Ein Beitrag von Peter Schütz 

„Geiz ist geil“ – Mit diesem Slogan bewarben große Handelsketten unlängst die niedrigen Preise ihrer Produkte. Dass auch Bildagenturen die Wirkung solch griffiger Werbung-Slogans nicht verborgen blieb, ist hinlänglich bekannt und längst Gegenstand so manch kontroverser Debatte. Als vorläufigen Höhepunkt könnte man in diesem Zusammenhang die Internetplattform  www.pixabay.com diskutieren.  Nicht, dass diese Plattform Bilder für kleines Geld an den Kunden bringt. Sie macht es mit einem Teil des Bildbestandes für „gar kein Geld“. Denn die Plattform, die offenbar von der Braxmeier & Steinberger GbR, Donaustraße 13, 89231 Neu-Ulm betrieben wird, bietet neben Bildern für harte Euros, auch Bilder zum Nulltarif an. Richtig gelesen: Bei www.pixabay.com gibt´s Tier- und Naturfotografien schlichtweg für nix. Also „für umsonst“.

Und genau diese „für umsonst-Kategorie“ auf www.pixabay.com kann unter bestimmten Umständen in eine böse Falle führen.

Screenshot von pixabay.com/de/, erstellt am 01.07.2017

Screenshot von pixabay.com/de/, erstellt am 01.07.2017

Die „für umsonst“-Kategorie

Nicht wenige Kunden der Tier- und Naturfotografen rekrutieren sich aus dem öffentlichen Dienst, d.h. aus Gemeinden, die eine Broschüre über einen neuen Dorfteich bebildern wollen, aus einem Forstamt, das den neuen Waldlehrpfad bebildern will, aus einer Großstadt, die ein Medienprojekt wie z.B. „Grüne Hauptstadt Europas“ von naturkundlichen Motiven in Broschüren, auf Plakaten und online begleiten lassen will.

Alle diese öffentlichen Stellen unterliegen sogenannten Haushaltsordnungen und der Aufsicht von Finanzprüfern. Diese Vorschriften und Kontrollinstanzen sorgen dafür, dass der öffentliche Auftraggeber immer das preiswerteste Angebot, zumindest aber das wirtschaftlichste Angebot in Anspruch nehmen muss. Nachvollziehbarer Grund dafür ist natürlich der sorgsame Umgang mit Steuergeldern.

Welcher Kämmerer oder Haushälter traut sich dann vor diesem Hintergrund an der formatfüllenden Zauneidechse für 0 € vorbei zu gehen und das in etwa gleich gute Konkurrenz-Bild für 50 € zu kaufen? Keiner! Pech für die Fotografen. Aber das Bemühen, Leistung („Werke“) für möglichst wenig Geld zu beziehen, ist sicherlich nicht nur ein Merkmal der sog. öffentlichen Hand. Auch die Privatwirtschaft hat nur selten wirklich etwas zu verschenken.

Jetzt bitte nicht: Moral, Ethik &Co

Wer jetzt mit Moral, Ethik, Mindestlohn, Dumping oder gar „Vorbildfunktion“ des Staates ankommt, der hat zwar viele gute und nachvollziehbare Argumente auf seiner Seite, darf sich aber im Zweifel auf eine lange, lange Diskussion mit vielen Playern bis hin zum Bund der Steuerzahler einstellen. Und: Eine solche Diskussion um eher „weiche“ Kriterien führt selten zu einer gerichtsfesten Entscheidung – viel eher zu einem längeren gesellschaftlich Diskurs. Der ist zwar absolut richtig und notwendig, räumt aber in der Zwischenzeit den pixabays dieser Welt weiterhin die Handlungsspielräume ein.

Interessant und im Ergebnis recht eindeutig ist aber die juristische Würdigung des Falls „Bilder für umsonst“.

Von „Creative Commons CC0“ und der Rechtsunwirksamkeit

Dreh und Angelpunkt ist die „Creative Commons CC0“-Verzichtserklärung. Mit dieser Verzichtserklärung verzichtet der Inhaber der Bildrechte praktisch auf das Recht am Bild um es jedermann kostenfrei und ohne Verweis auf die Urheberschaft zur Verfügung zu stellen. Wenn der Fotograf – warum auch immer – mit dieser Praxis einverstanden ist,  ist das Sache des Fotografen und damit aus Sicht des Fotografen „o.k.“. In der Folge solcher Vereinbarung mit dem Urheber (Fotografen) gesteht die Plattform Pixabay dem Kunden, d.h. dem, der die Bilder kauft,  zu,  keine Verlinkung, Referenz oder Nennung des Urhebers vornehmen zu müssen. Das ist werbetechnisch geschickt, denn es ist ja hinlänglich bekannt, dass viele Verlags- und Werbe-Leute die angeblich „störenden“ Urhebernachweise schlichtweg unter den Tisch fallen lassen (wollen). Aber: Geht das? Sieht deutsches (europäisches) Recht den kompletten Rechte-Verzicht überhaupt vor?

Wo kein Kläger, da kein Richter

Nein! Klare Ansage: Das Gesetz über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (Urheberrechtsgesetz, UrHG, aktuell in Kraft seit 1. Jan. 2008) schließt in § 29, Absatz 1 die Übertragung des Urheberrechts aus. Das bedeutet: Die Urheberschaft verbleibt beim Urheber auf Lebenszeit und kann weder auf „Niemanden“ (=Verzicht) noch auf jemand anderen oder eine juristische Person übertragen werden. Lediglich die Nutzung des Werkes kann gemäß der Urhg- §§ 31 folgende (ff) Dritten zweckgebunden eingeräumt werden. Damit ist ein Vertrag, in dem der Urheber auf das (=sein) Urheberrecht  (z.B. Verweis auf die Urheberschaft) verzichtet, unwirksam.

Der Haken: Wo kein Kläger, da kein Richter. Und darauf bauen die Partner solcher, eigentlich an ganz entscheidender Stelle rechtsunwirksamer Verträge.

Fakt ist: Egal wie welcher Vertrag gestrickt ist, mit oder ohne „Creative Commons CC0“-Verzichtserklärung: Nur die Nutzungsrechte können vom Fotografen auf Agenturen wie pixabay übertragen werden. Grundlegende Element des Urheberrechts jedoch nicht.

Im Zweifel gefährlich

Was bedeutet nun diese, vielleicht auf den ersten Blick hin etwas kniffelige rechtliche Würdigung der „für umsonst-Kategorie“ von www.pixabay.com für den Kunden?

Ganz einfach: Der Pferdefuß ist im Zweifel nicht der 0-€-Preis sondern die fehlende Transparenz der tatsächlichen Urheberschaft! Wer Fotos (=Werke) unbekannter Urheberschaft in seinen Besitz bringt (Kauf oder „Schenkung“), der verzichtet auf zwingend erforderliche Informationen wie: Volljährigkeit und damit Geschäftsfähigkeit des Urhebers (in dem Falle ist die „Creative Commons CC0-Verzichtserklärung“ unwirksam), mögliche Rechte Dritter am Bild oder an Bildteilen (z.B. Flächeneigentümer), mögliche Marken- und Patentrechte (relevant bei Landschaftsausschnitten und Gebäuden), mögliche Eigentumsrechte am fotografierten Objekt (relevant bei captive-Aufnahmen von Tieren, z.B. in zoologischen Gärten, Museen etc.).

Und am Ende wird’s dann so richtig, richtig teuer….

Kaufen bzw. besorgen sich also öffentliche Einrichtungen von Kommunen, Städten, Gemeinden, Bundesländern oder Staaten Werke (Bilder) ohne Kenntnis des tatsächlichen Urhebers, könn(t)en sie unvorhersehbar in eine der oben genannte Fallen tappen… und dann wird’s erst so richtig, richtig teuer. Für wen? Für den Steuerzahler! Womit wir dann wieder bei der Landeshaushaltsordnung, den allseits beliebten Kassenprüfern und dem Bund der Steuerzahler wären (s.o.).

Daher hier meine ganz persönlich Meinung: Sparen ist o.k., aber dann bitte am richtigen Ende.

Peter Schütz


Die im GDT-Blog veröffentlichen Beiträge spiegeln nicht zwangsläufig die Haltung der GDT zu diesen Themen wieder, sondern die Meinung des jeweiligen Autors. 


Ihr habt über ähnliche Projekte zu berichten, arbeitet an einem speziellen den Naturschutz betreffenden Thema oder wollt vielleicht auf ein bestimmtes Problem aufmerksam machen? Dann schickt uns eure Ideen, Beiträge, Bilder an blog-redaktion@gdtfoto.de.

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Die Jugendarbeit spielt in der GDT eine wichtige Rolle. Deswegen gibt es, neben den 16 Regionalgruppen, auch eine eigene Gruppe für alle Fotografen*innen unter 27, die GDT Jugendgruppe. Am letzten Maiwochenende diesen Jahres trafen sich bei Jan Piecha, dem Leiter der Jugendgruppe, 16 junge Naturfotografen*innen um ein paar Tage in der Südheide dem gemeinsamen Hobby nachzugehen. 


Am letzten Wochenende im Mai fand das erste Treffen der Jugendgruppe statt, das nicht an eine Fotoveranstaltung geknüpft war. Im Regelfall findet unser jährliches Treffen immer beim Internationalen Naturfotofestival in Lünen statt, wo dann auch ein Großteil der GDT Jugendgruppe vor Ort ist. Das Wochenende ist jedoch immer sehr kurz, man schaut tolle Vorträge, geht in Kleingruppen über den umfangreichen Fotomarkt und hat am Ende immer nur Zeit für einen Smalltalk hier und einen Smalltalk da. Damit sich das ändert, wollten wir bereits 2016 ein Treffen organisieren, bei dem es mehr ums Kennenlernen und gemeinsame fotografieren geht. Die Organisation stellte sich dabei jedoch als schwierig heraus, weil einige Personen arbeiten, andere zur Schule gehen und wieder andere im Studium sind. Hinzukommend sind die Mitglieder über ganz Deutschland verteilt, was es ziemlich schwer gemacht hat, einen passenden Ort, eine Unterkunft und einen passenden Zeitraum zu finden. Letztendlich ist es einfach an der Organisation gescheitert.

Zuerst wurde gemeinsam das große Zelt aufgebaut.

Zuerst wurde gemeinsam das große Zelt aufgebaut. Foto: Ulrich Piecha

Danach wurde der große Garten erkundet. Foto: Christian Morawitz

Um die Idee jedoch nicht zu verwerfen, sind wir es in diesem Jahr etwas anders angegangen. Meine Eltern wohnen in einem alten Fachwerkhaus in der Südheide, im östlichen Niedersachsen, was sich als einigermaßen zentraler Ort ja anbietet. Ringsherum ist ein großer Garten mit angrenzender Wiese und einem naturbelassenen Teich, der viele Motive bietet. Große Zelte, einen Kühlschrank, Tische, Bänke und alles was zu einem Campingwochenende dazu gehört ist vorhanden und so kam die Idee auf, es einfach bei meinen Eltern zu machen. Sie waren nicht abgeneigt, da die Zelte am darauffolgenden Wochenende ohnehin gebraucht wurden und so kam es dazu, dass wir es geschafft haben mit vertretbarem Aufwand ein gemeinsames Treffen ins Leben zu rufen.

Die ersten interessanten Motive wurden direkt am Gartenteich gefunden. Foto: Jan Piecha

Insgesamt waren 16 Mitglieder bei dem Treffen dabei, die sich größtenteils auch bis Freitagmittag in dem kleinen Dörfchen Alt-Isenhagen eingefunden hatten. Von Greifswald bis nach Freising, Leipzig bis nach Kiel – von überall kamen Mitglieder angereist.  Bei bestem Wetter und ziemlich heißen Temperaturen machten wir uns daran drei große Zelte aufzubauen, die anschließend als Küche, sowie zwei Schlaflagern genutzt wurden. Ich muss zugeben, dass ich sehr erleichtert war so ein Kaiserwetter zu haben, weil es keinen konkreten Plan B für Dauerregen und 12°C gegeben hätte. Manchmal muss man vermutlich auch einfach etwas pokern.

Bei bestem Wetter konnte der erste Abend gleich zum gemeinsamen fotografieren genutzt werden. Foto: Christian Morawitz

Die Stimmung am Wochenende war ausgelassen und alle konnten sich untereinander besser kennenlernen. Beim gemeinsamen Fotografieren am Gartenteich, bei Touren in die umliegenden Moore und Heiden oder beim Bierchen am Lagerfeuer gab es immer etwas zu erzählen. Obwohl es mit so vielen Leuten immer schwierig ist wilde Tiere zu beobachten, war am Ende doch für jeden etwas dabei. Neben Grünfröschen und verschiedenen Libellenarten direkt im Garten gab es auch Schwarzkehlchen, Waldschnepfen, Baumfalken, Kraniche und Ziegenmelker in der Umgebung zu beobachten. In frühen Morgenstunden kam es außerdem noch zu Beobachtungen von einem Jungfuchs, einem Marderhund und einer Ricke, die mit ihrem Kitz unterwegs war. Weitere Hasen, Füchse und Rehe zählen in der Gegend selbstverständlich zum Standardrepertoire und konnten an vielen Stellen entdeckt werden.

Während einige den Abend am Lagerfeuer ausklingen ließen... Foto: Christian Morawitz

...nutzen andere die sternenklare Nacht zum fotografieren. Foto: Vincent Kraneis

Am Samstagvormittag bekamen wir zudem noch Besuch von Dr. Harald Gorr von der Firma Xhia. Diese stellt spezielles Fotoequipment her, das bei verschiedenen Verwendungszwecken einige Vorteile bietet. Dabei kam es zu einer regen Diskussionsrunde, die sowohl für Herrn Gorr als auch für die unsere Mitglieder durchaus produktiv verlaufen ist. In diesem Zuge hat sich auch direkt eine spannende Zusammenarbeit zwischen Xhia und einigen Mitgliedern der GDTJ ergeben.

Harald Gorr, von der Firma Xhia, stellt einige seiner Produkte vor. Foto: Jan Piecha

Abschließend lässt sich festhalten, dass es sich auf jeden Fall gelohnt hat ein Treffen zu organisieren, wodurch die Gruppe die Möglichkeit hatte sich besser kennenzulernen und gemeinsam ihrer Leidenschaft nachzugehen. Hoffen wir mal, dass es nicht das erste und einzige Treffen dieser Art bleibt.

Jan Piecha – Leiter der GDT Jugendgruppe

https://jg.gdtfoto.de/

Baumfalke bei der Jagd. Foto: Thomas Hempelmann

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Im letzten Blogbeitrag hat uns Christoph Kaula gezeigt wie man auf einfachem Wege etwas für bedrohte Tierarten und somit den Naturschutz leisten kann. Doch bevor man weiß, welche Tierarten überhaupt in einem Ökosystem vorkommen und welche davon eines besonderen Schutzes bedürfen, braucht es intensive Feldforschung. Einer dieser Feldforscher ist unser langjähriges Mitglied Paul Kornacker, welcher sich im Rahmen seines Forschungsprojekts im Süden Namibias mit den in den Tirasbergen vokommenden Reptilien beschäftigt und uns im folgenden einen kurzen Einblick in seine Arbeit gibt.


Eine wissenschaftliche Untersuchung zu den Reptilien im Süden Namibias

Verborgen in Felsspalten, versteckt im Boden oder unter Baumrinde, angepasst an die extremen Bedingungen der Wüste, so lebt in den Tirasbergen eine Vielzahl von Reptilien.

Eine Farm in den Tirasbergen diente als Ausgangspunkt der Forschungsarbeit

Reptilien zählen zu den ältesten Wirbeltieren,  bis heute sind weltweit 10.450 Arten beschrieben. In Namibia sind 268 Arten bekannt. In dieser Region des südlichen Namibias findet sich eine besonders große Vielfalt an Echsen, von denen eine große Zahl nur hier leben, sog. Endemiten. Herpetologen (Wissenschaftler, die sich mit Amphibien und Reptilien beschäftigen) rechnen für die Tirasberge mit ca. 50 Arten von Echsen, Schlangen, Schildkröten und Amphibien!

Eine prächtige gefärbte Felsenagame

Die Tirasberge erstrecken sich im Süden Namibias auf ca. 60 km Länge entlang der D 707 in Richtung Norden bis hinter die Grenzen der Farm Namtib. Seit September 2016 untersuche ich nun die Reptilienfauna. Diese wissenschaftliche Studie soll Auskunft geben, wie viele Arten dort leben, wie ihre Lebensbedürfnisse sind und wie viele Exemplare es von ihnen gibt. Bis in welche Höhen dringen Tieflandarten vor und mit welchem Artenwandel ist zu rechnen? Kommt es in den höher gelegenen Bereichen zu isolierten Populationen, die sich genetisch von den westlichen und östlichen Vorkommen unterscheiden oder sogar zur Entstehung neuer Arten? Und wie wirkt sich Beweidung durch Wild- und auch Haustiere auf die Artenzusammensetzung und die Individuendichte der Reptilienpopulationen aus?

Ein weiteres Ziel dieser Arbeit ist auch, die Bedeutung des Ökosystems „Tirasberge“ mit seinen unterschiedlichen Lebensbereichen (Felsen, sandige Flächen, Baumbestände, etc.) zu erfassen und Auswirkungen von Klimawandel und ökologischen Störungen auf die dort vorhandenen Lebensgemeinschaften darzustellen. Amphibien und Reptilien gelten seit Langem als sehr gute Bioindikatoren und werden gerne für die Kontrolle von Lebensräumen herangezogen.

Basierend auf diesen Untersuchungen erhoffen wir, wertvolle Erkenntnisse  zum Schutz einiger noch wenig bekannten, nur hier vorkommenden und daher speziell angepasster Arten, zu erhalten. Dazu zählen z. B. Narudasia festiva, ein etwa 6 cm langer, tagaktiver Gecko oder Koch's Bellgecko (Ptenopus kochi), der seinen Namen den Staccatotönen verdankt, womit er, besonders in der Dämmerung, für eine besondere Akustik in der Wüste sorgt.

Spannend ist auch die Frage der Artzugehörigkeit und Verbreitung diverser Schlangenarten, wie z. B. bei der Speikobra, der Schildkobra oder der Schwarzen Mamba.

Eine solche umfassende Studie hat es in den Tirasbergen bislang noch nicht gegeben. Es soll daher als Pilotprojekt dienen und der Beginn für weitere, faunistische, wie botanische  Untersuchungen sein.

Die Erfassung der Reptilien erfolgt nach standardisierten Methoden. So werden entlang festgelegter Beobachtungsstrecken (Transekte), die zu bestimmten Zeiten immer wieder abgegangen werden, die Individuen visuell oder durch Fangen erfasst.

Hier wird eine Felsenagame vermessen

Wiegen, vermessen, Gewebeproben nehmen und das alles nur mit zwei Händen!

Für nachtaktive und bodenbewohnende Arten kommen u. a. Eimer- und Trichterfallen mit Fangzäunen zum Einsatz. Diese Art der Erhebung gibt Auskunft über die Anzahl der Individuen und die vorhandene Artenvielfalt. Bei der Fang-Wiederfang-Methode können Arten auf ihre Populationsdichten untersucht werden. Dafür werden die Tiere mit einer hautverträglichen Farbe markiert.

Zusätzlich zu diesen Erfassungsmethoden werden vorsichtig Gewebeproben entnommen. Eine kurze und für die Tiere gefahrlose Maßnahme. Die Proben werden später im Cheetah Conservation Found in der Nähe von Otjiwarongo genetisch untersucht.

In Zusammenarbeit mit dem Zoologischen Forschungsmuseum Alexander Koenig in Bonn, wird das Projekt durch die Wüstenforschungsstation Gobabeb und dem Cheetah Conservation Foundunt unterstützt. Dabei spielt die Integration namibischer Studenten und/oder Wissenschaftler, auch aus Deutschland oder anderen Ländern, perspektivisch eine bedeutende Rolle im Vorhaben. Öffentlichkeitsarbeit und die damit verbundene Aufklärung über Reptilien, insbesondere die über Schlangen, sind ein weiterer Aspekt.

Da das Projekt bislang keine finanziellen Zuwendungen erhält, ist es auf Spendengelder und die Unterstützung durch Sponsoren angewiesen.

An dieser Stelle gilt mein Dank allen Sponsoren (s. hierzu auch www.pkornacker.de/partner-sponsoren/). Besonders bedanken möchte ich mich bei den Farmbesitzern Thorsten und Linn Theile, die mich großzügig während der gesamten Projektzeit auf ihrer Farm aufgenommen haben.

Wer mehr über das Projekt erfahren möchte kann sich direkt an mich wenden P.Kornacker@leibniz-zfmk.de; pkornacker@aol.com


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Natur schützende Naturfotografen?

Eigentlich selbstverständlich, würden einige sicherlich sagen, etwas skeptisch schauen würden wohl einige andere. Die Themen „Ethik in der Naturfotografie“ und „Naturschutz und Naturfotografie“ sind nach wie vor viel diskutiert, wie unter anderem die Veranstaltung „Ethik und Naturschutz in der Naturfotografie“ des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) auf der Insel Vilm im Jahr 2015 gezeigt hat. Dass ein Blog nicht die geeignete Diskussionsplattform hierfür sein kann, ist klar. Soll sie auch gar nicht, vielmehr wollen wir in dieser Serie unseren Mitgliedern und anderen Naturfotografen eine Plattform bieten, sich und Ihre Arbeit für den Naturschutz kurz vorzustellen. So wollen wir zeigen, was neben den zahlreichen Diskussionen zu dem Thema längst in der Praxis passiert und vielleicht den ein oder anderen zum Nachmachen, Nachdenken, Nachfragen anregen. Den Anfang damit macht Christoph Kaula mit einem kurzen Beitrag zum Spatzenhotel im Storchennest.


Jahr um Jahr werden Laichgewässer zubetoniert, Höhlenbäume gefällt und der Lebensraum für Flora und Fauna schwindet. Wir, die uns an der Natur erfreuen, werden stets mit diesen traurigen Tatsachen konfrontiert. Durch unsere Naturfotos können wir einen Zugang zur Natur und deren Schutz schaffen. Wenn wir darüber hinaus auch noch ein wenig Energie in den aktiven Arten- und Naturschutz investieren, dann können wir (zumindest kleinräumig) die Natur und ihre Bewohner unterstützen.

Mir war es mir schon immer ein großes Anliegen, der Natur etwas zurückzugeben.
Vor wenigen Jahren kauften meine Eltern einen einzeln stehenden, alten Hof in Nordhessen. Er liegt in einer bergigen Kulturlandschaft, von der aus das Wasser in ein Tal am Fuße des Grundstücks fließt. Da sich das Wasser dort staut, haben wir gleich zu Anfang mehrere Teiche ausgehoben. Schon nach ein paar Wochen kamen regelmäßig Hirsche und Rehe zum Trinken, Schwarzstörche flogen über die Fläche und Frösche nutzten die Teiche als Laichgewässer. In Zukunft wollen wir noch einen deutlich größeren Teich anlegen. Im Sommer möchte ich eine Legesteinmauer an den Südhang bauen, damit auch Reptilien und Insekten einen Unterschlupf finden können.

Anfang des Jahres war es Zeit für ein neues Projekt: Da die Ederauen nicht fern sind, lag es nahe, auf dem alten, unbenutzten Kamin einen Storchenhorst zu installieren.

Das Grundgerüst bildet eine Siebdruckplatte und Reste vom Terrassenbau.

Auf der Unterseite ist eine Holzfassung um den Kamin verschraubt.

Zwischen jeder Sprosse entstand ein Spatzennistkasten.

Ein Weidengeflecht bildet den Storchenhorst.

Insgesamt befinden sich jetzt 16 Spatzennistkästen unter dem Storchennest, die ohne weiteren großen Aufwand lediglich durch das Anschrauben eines weiteren Bretts entstanden sind.

Der alte Kamin hat Öffnungen zu zwei Seiten. Da er jedoch nicht mehr genutzt wird, bietet er Platz für einen Waldkauz oder Dohlen. Damit diese jedoch nicht in den Kamin fallen können, haben wir circa 30cm unter der Öffnung ein Brett eingemauert. Außerdem ist deutlich tiefer im Kamin noch ein zweites Brett eingemauert. Durch mehrere kleine Öffnungen zwischen den Ziegeln des alten Kamins könnten hier Fledermäuse einziehen.

Anschließend wurde der Horst noch mit reichlich Nistmaterial befüllt und nachträglich mit weißer Kalkfarbe bespritzt, damit er möglichst benutzt aussieht und besser angenommen wird.

Natürlich muss es nicht gleich ein Storchennest auf eurem Dach sein. Es reichen schon ganz kleine Veränderungen an Balkon, Terrasse oder im Garten.

Auch Bilche, wie dieser Siebenschläfer, profitieren von künstlichen Nisthilfen.

Aktiver Naturschutz muss nicht unbedingt mit großem Aufwand verbunden sein. Aus alten Holzresten lässt sich schnell ein Nistkasten oder eine Halbhöhle bauen, ein bisschen Schilf bietet Möglichkeiten für ein Insektenhotel, ein paar alte Ziegel lassen sich schnell zu einem Unterschlupf für Kriechtiere und Insekten zusammenlegen und ein matschiger Bereich im Garten kann zu einem Tümpel für Amphibien und Co. umgebaut werden.
Außerdem erfreut das nicht nur die Tiere, auch wir haben etwas davon, wenn wir sie dann beobachten können.


Christoph Kaula
www.impressionenjaeger.de


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