26.-28. Oktober 2018

Die Referenten

(in der Reihenfolge des Programms)

Espen Bergersen (NO)

Espen Bergersen

Eine norwegische Geschichte von Walen

Es war um die Weihnachtszeit des Jahres 2010 als völlig überraschend eine unglaublich große Zahl von Buckel- und Schwertwalen vor den Küsten der norwegischen Insel Andøya auftauchte. Wie sich herausstellte, hatte die Heringspopulation Nordnorwegens ihr Überwinterungsgebiet dorthin verlegt, und die Wale konnten diesem plötzlichen Überangebot an Nahrung nicht widerstehen.
Acht Jahre sind seitdem vergangen, und jeden Winter habe ich dieses Phänomen mit der Kamera verfolgt, vom Land aus, auf dem Wasser und aus der Luft. Dabei konnte ich immer wieder unglaubliche Situationen im Bild festhalten.
Über Espen Bergersen
Als kleiner Junge verbrachte ich unzählige Stunden damit, die Vogelwelt meiner Heimatinsel Andøya zu beobachten. Durch mein ornithologisches Interesse bedingt, folgte bald der Wunsch, meine Erlebnisse mit der Kamera festzuhalten. Seit ich vor 25 Jahren mein erstes Vogelbild gemacht habe, ist mein Interesse an der Naturfotografie geradezu exponentiell gestiegen. Zwar liegt mein Schwerpunkt auch heute noch überwiegend auf der Tierwelt der nördlichen Regionen Norwegens, doch zunehmend interessiert mich auch die Landschaftsfotografie. In den letzten acht Jahren habe ich mich darauf spezialisiert, Wale während der Wintermonate zu fotografieren.
Meinem Interesse für die Natur folgend, habe ich Biologie an der Universität in Tromsø studiert, wo ich auch heute noch lebe. Beruflich bin ich im Offshore-Bereich von Norwegen unterwegs, wo ich als Ingenieur für das Fachgebiet Bohrspülungen arbeite.

www.NaturGalleriet.no
Espen_Bergersen_A_Norwegian_whale_tale
Ich freue mich auf meinen Besuch in Lünen, wenn ich die Gelegenheit haben werde, Ihnen von meinem norwegischen Wal-Abenteuer zu erzählen!

Sebastian Hennigs, GDT (DE)

Explosives Erbe – Naturschätze auf alten Truppenübungsplätzen


Der Osten Deutschlands ist reich an alten Truppenübungsplätzen. Im Schutze der militärischen Nutzung konnten hier einzigartige Naturparadiese mit einer hohen Artenvielfalt überleben. Seit dem Abzug der letzten Soldaten entstehen dort neue Wildnisgebiete von atemberaubender Schönheit. Genau hier erobert sich die Natur Stück für Stück ihren Raum zurück. Aus Sandwüsten entstehen Graslandschaften, aus Graslandschaften Heiden und daraus junge Wälder. In den verlassenen Bunkern überwintern mittlerweile die Fledermäuse, und in den tiefen Spuren, die schwere Panzer hinterlassen haben, entwickeln sich winzige Feenkrebse. Moore und andere Feuchtgebiete konnten sich ungestört entwickeln und bieten seltenen Libellen und Amphibien einen unersetzbaren Lebensraum. Im September 2018 erscheint beim Knesebeck-Verlag der dazugehörige Bildband.
Über Sebastian Hennigs (GDT)
Sebastian Hennigs kommt ursprünglich mitten aus dem Ruhrgebiet, wo er bereits früh durch sein intensives Engagement im Naturschutz mit der Naturfotografie in Kontakt kam. Nach einer erfolgreichen Ausbildung als Fotograf und einem Studium der Geowissenschaften arbeitet er heute in Berlin als freiberuflicher Fotograf und Bildjournalist. Er versucht, die Artenvielfalt, unterschiedlichste Umweltthemen, unberührte Wildnis und den Einfluss des Menschen auf die Natur in ausdrucksstarken Bildern festzuhalten. Seine Bilder und Reportagen erschienen bislang in zahlreichen Zeitschriften, Büchern und Kalendern.

www.hennigs-photography.de
www.facebook.com/hennigs.photography
Sebastian Hennigs

KURZVORTRAG - Birgit Potthoff, GDT(DE)

ICESCAPES
Aufbruch in innere Landschaften


Ich sehe die Kamera als Instrument, Strukturen und Formen im Zusammenspiel mit Reflexionen des Lichtes zu entdecken. Dieser Bereich ist mit bloßem Auge nicht sichtbar. Ich habe die Möglichkeit, in eine Miniaturwelt mit scheinbar unendlichen Motivvariationen einzutauchen und neue ICESCAPES zu finden. Ein langer Zeitraum, der das Wachsen der Eislandschaften erst ermöglicht, fordert mich auf, geduldig und sorgfältig zu sein und immer wieder neue Eisflächen zu betrachten.
Da finden sich vielfältige Einschlüsse wie Gasblasen, die vom Gewässergrund aufgestiegen sind, Algen und Teile anderer Pflanzen. Je nachdem wie schnell oder langsam das Wasser gefriert, zeigen sich wechselnde Feinstrukturen. Immer wieder sehe ich mich dabei an Strukturen lebender Wesen erinnert, glaube Verbände von Zellen zu erkennen, wie sie sich sonst unter dem Mikroskop offenbaren.
Ich habe durch jahrelange, unzählige Versuche meinen Blick geschärft und bin dennoch immer wieder erstaunt und erfreut über manche Ergebnisse, die mir die Natur offenbart. Die Kombination zwischen Natur, Kunst und Technik ist mir stets wichtig.
Über Birgit Potthoff
Mit meinen Eltern und Geschwistern war ich früher jedes Wochenende im Hohen Venn unterwegs. Diese Zeit prägte meine Liebe zur Natur. Dann wurde mein Auge als Architektin im konstruktiven Bereich geschult. Die Feinstrukturen in der Natur waren immer Vorbilder statischer Konstruktionen und optimaler technischer Nutzung von Gebäuden. Darüber hinaus interessierte ich mich schon immer für Baugeschichte und Malerei.
Mit der Kamera habe ich heute alle Möglichkeiten, diese Bereiche zu kombinieren. Von der Idee bis zum fertigen Bild, der Präsentation eines Kurzvortrages oder anderer kreativer Darstellungen bleibt alles in meiner Hand. Die Natur ist meines Erachtens der größte Künstler! Meine Aufgabe ist es lediglich, die Schönheit der Schöpfung im Bild festzuhalten, mich an ihr zu erfreuen und die Begeisterung mittels meiner Bilder weiterzugeben.
Birgit Potthoff

KURZVORTRAG - Wilfried Vogel, GDT (DE)

Pflanzenträume – Motive zwischen Tag und Nacht

Wilfried Vogel

Wilfried Vogel (Jg. 1958) lebt mit seiner Frau in Oldenburg und arbeitet als verbeamteter Ingenieur. Im Kindesalter hat er sich sehr für die Natur begeistert, und er erinnert sich immer wieder gerne daran, wie er durch die Felder und Wiesen gestromert ist. Als Jugendlicher und Erwachsener hatte er dann andere Interessen: Das Motorradfahren war viele Jahre lang sein größtes Hobby. In dieser Zeit hat er ausschließlich während der Urlaube in Skandinavien fotografiert.
Aber die Naturfotografie faszinierte ihn immer mehr. Nach über 20 Jahren hat er dann 2000 das Motorrad verkauft und sich die erste „richtige“ Spiegelreflexkamera, eine Nikon F100, zugelegt. 2006 nahm er Kontakt zur GDT-Regionalgruppe Niedersachsen auf, und seit 2009 ist er GDT-Voll-Mitglied.
Im Laufe der Zeit hat sich bei Wilfried Vogel ein Schwerpunkt in der Makrofotografie entwickelt und dabei das Fotografieren mit offener/größter Blende und selektiver Schärfe. Er fotografiert bevorzugt „vor der Haustür“, d. h. im Oldenburger Raum.

"Viele Jahre lang habe ich Makroaufnahmen mit total ruhigen Hintergründen gemacht, doch mittlerweile gefallen mir Bilder besser, bei denen man im Hintergrund Strukturen erkennen kann. In der Show sieht man solche Fotos, die oftmals etwas dschungelähnlich aussehen."

"Da viele Bilder der Show eher dunkel sind, habe ich sie im Hinblick auf die dunkle Nacht und die damit verbundenen Träume „Pflanzenträume“ genannt. Die Aufnahmen sind mit offener/größter Blende und selektiver Schärfe entstanden. Die meisten Aufnahmen habe ich mit der Kamera direkt auf dem Boden liegend gemacht."
Wilfried Vogel

KURZVORTRAG - Projekt „Wildes Ruhrgebiet“

Wildes_Ruhrgebiet_Guido Alfes

Momente der Stadtnatur


Auf den ersten Blick drängt sich das Ruhrgebiet nicht gerade als Arbeitsumfeld für Naturfotografen auf. Dennoch haben sich einige Naturfotografen, die dort leben, in dem Fotoprojekt „Wildes Ruhrgebiet“ zusammengeschlossen. Gemeinsam möchten sie mit ihren Aufnahmen zeigen, dass es im Ruhrgebiet sehr wohl naturnahe Räume und allerlei Schönes zu entdecken gibt. Natürlich fehlt es an großflächiger Wildnis, aber zwischen Einkaufszentren, Schwerindustrie und Verkehrswegen gibt es überall kleine Areale, auf denen sich so manche Tier- und Pflanzenart heimisch fühlt.

Diese unsere Nachbarn möchte „Wildes Ruhrgebiet“ vor Augen führen und damit das Wort für sie erheben. Was eben auch bedeutet, auf die Lebensräume aufmerksam zu machen, die die Natur braucht und die tatsächlich auch da sind.

So gibt es etwa noch naturnahe Wälder und sogar mäandrierende Bäche. In den Auwaldresten der Ruhr jagen Reiher und Eisvogel, und auf den an das Ruhrgebiet angrenzenden Acker- und Wiesenflächen begegnen uns Hase und Reh.
Und gerade unsere Industriebrachen stellen einen Lebensraumtyp dar, den es so fast nur im Ruhrpott gibt, und der für viele spezialisierte Arten eine letzte Zufluchtsstätte darstellt, da ihre ursprünglichen Heimstätten längst verschwunden sind. Ohne Industriebrachen verlieren wir diese Arten vollends, aber auch den typischen Charakter des Ruhrgebiets.

Theo Bosboom, GDT (NL)


Vom Wasser geformt - Shaped by the sea


Küsten gehören zu den dynamischsten Landschaftsformen der Welt. Fortwährend verändern sie ihr Erscheinungsbild unter dem Einfluss von Wellen, Strömungen und Gezeiten. Manche diese Veränderungen offenbaren sich schon nach wenigen Sekunden, andere erst nach Jahren oder gar Jahrzehnten. Diese durch permanente Veränderung geprägte Grenzzone zwischen Land und Meer ist Heimat unzähliger Tier- und Pflanzenarten, denen es dank erstaunlicher Anpassungsmechanismen gelingt, diesen extremen Lebensraum zu besiedeln. Für sein Projekt Shaped by the sea erforschte Theo Bosboom einige der spannendsten Regionen der europäischen Atlantikküste, von Portugal im Südwesten bis Norwegen im Nordosten. In seinem Vortrag stellt er ihre ganz besonderen Merkmale vor und auch einige ihrer charakteristischen Lebewesen; und er zeigt in eindrucksvollen Bildern, wie sich die unbändige Kraft des Meeres immerzu gestaltend auf das Land auswirkt.

Theo Bosboom ist Naturfotograf aus Leidenschaft mit Wohnsitz in den Niederlanden. 2013 entschloss er sich, seine erfolgreiche Karriere als Anwalt zu beenden, um seinen Traum zu verwirklichen, und als professioneller Naturfotograf zu arbeiten. Er ist bekannt für seine Kreativität, sein gutes Gespür für Details und seine Fähigkeit, Altbekanntes aus einer völlig neuen Perspektive zu betrachten.
Theo Bosbooms Bilder werden regelmäßig in namhaften Fotomagazinen publiziert, darunter GEO, National Geographic und OnLandscape, und in den renommiertesten Fotowettbewerben der Welt ausgezeichnet. Bislang hat er zwei Bildbände veröffentlicht: Iceland pure (2012) und Dreams of Wilderness (2015)). Die Premiere seines dritten Buches Shaped by the Sea wird auf dem Internationalen Naturfotofestival in Lünen stattfinden.

www.theobosboom.nl
Theo Bosboom

Javier Aznar González de Rueda (ES)

Faszinierende Welt der Insekten
Ein Leben am Limit


Im Laufe der letzten Jahrzehnte sind die Populationen der meisten Insekten in einem erschreckenden Ausmaße geschrumpft. Dabei stellen gerade diese Lebewesen eine tragende Säule in den verschiedensten Ökosystemen dar. Ohne sie geraten diese ins Wanken, wodurch sich alle ökologischen Abläufe maßgeblich und irreversibel verändern werden. Und auch unser Leben ist in vielerlei Hinsicht abhängig von ihrer Existenz – doch wir drohen, sie zu verlieren. Javier Aznar wird in seinem Vortrag darüber berichten, wie Fotografie zum Schutz der kleinen Lebewesen beitragen kann, und was wir tun können, um diese erschreckende Entwicklung aufzuhalten. Außerdem wird er von seinen Erlebnissen in tropischen Ökosystemen erzählen, von der immensen Diversität an Insekten, die dort noch zu finden ist, um eindringlich darauf hinzuweisen, was alles auf dem Spiel steht, wenn wir uns nicht besser um unseren Planeten kümmern.
Javier Aznar González de Rueda ist 29 Jahre alt und arbeitet als Biologe und professioneller Naturfotograf. Sein Fachgebiet ist die Entomologie, vor allem widmet er sich dem Schutz von Insekten. Dazu engagiert er sich auch fotografisch in der International League of Conservation Photographers. Seine Bilder werden von der National Geographic Creative Agency vertreten, und er ist Sony Europe Imaging Ambassador. Die letzten drei Jahre lebte und arbeitete Javier in Ecuador, wo er mehrere Projekte über Insekten und andere Kleinlebewesen umgesetzt hat. Ziel dieser Arbeiten war es, für den Schutz tropischer Ökosysteme zu werben. Hierzu bietet er auch Exkursionen in diesem Land an.
Javier Aznar Gonzalez de Rueda

Jo-Anne McArthur (CA)

Tiere im Anthropozän – Mit der Kamera unterwegs für den Wandel


„Als Fotografen, Dokumentarfilmer und Redakteure steht es in unserer Macht, die Abwärtsspirale von Lebensraumzerstörung und Artenschwund zu stoppen. Unsere Arbeit kann etwas bewirken – und das Werkzeug dazu halten wir bereits in unseren Händen.“
In ihrer Präsentation wird Jo-Anne McArthur vom Schicksal jener Lebewesen berichten, die als Opfer des Anthropozäns ihr Dasein fristen. Egal ob in Afrika, Asien, Europa oder Nordamerika – die Fotojournalistin McArthur spürt dem vielfältigen Leid nach, dem Tiere weltweit durch menschliches Handeln ausgesetzt sind. Ein Leid, das oft im Verborgenen bliebe, gäbe es nicht investigative Fotografen, die solche Fälle mit aufrüttelnden Bildern dokumentieren, nicht selten in verdeckten Aktionen und unter Inkaufnahme großer persönlicher Risiken. Die Bandbreite des tierischen Elends ist groß: Affen, die als Bush-Meat enden, Elefanten und Nashörner, die ihrer Stoßzähne und Hörner wegen abgeschlachtet werden oder die Massen von Füchsen, Nerzen und Alligatoren, die zur Gewinnung von Pelzen oder Leder unter widrigsten Bedingungen ihr Dasein fristen.
Jo-Anne McArthur arbeitet als Fotografin, Autorin und Vortrags-Referentin. Für ihr bislang größtes Projekt „We Animals“, das sich mit der komplexen Beziehung zwischen Mensch und Tier beschäftigt, hat sie in den letzten 15 Jahren 50 verschiedene Länder bereist. Begleitend entstand in dieser Zeit ein Dokumentarfilm mit dem Titel „The Ghosts in Our Machine“, der von der Kritik hoch gelobt wurde.

Sie ist Autorin der Bücher „We Animals“ und „Captive“ und Mitbegründerin des Projektes „The Unbound“, das die Arbeit von Frauen unterstützt, die sich für die Rechte der Tiere einsetzen. Ihre Bilder wurden von unzähligen Organisationen, Verlagen und wissenschaftlichen Projekten verwendet. Über acht Monate des Jahres ist sie unterwegs auf Foto- und Vortragsreisen, den Rest der Zeit lebt sie in Kanada und Dänemark.
Jo-Anne McArthur by Lesley Marino

Gunther Wegner (DE)

Moderne Zeitraffer-Fotografie mit der DSLR

Gunther Wegner nimmt Sie mit auf eine Reise in die faszinierende Welt der Zeitraffer-Fotografie. Mit großartigen Aufnahmen von seinen Reisen rund um die Welt vermittelt er Ihnen einen Einblick in die Möglichkeiten und Herausforderungen bei der modernen Zeitrafferfotografie und motiviert Sie, diese spannende Spielart der Fotografie selbst einmal auszuprobieren.

Gunther Wegner

Gunther Wegner ist Blogger, Fotograf, Autor und Entwickler von LRTimelapse, der weltweit führenden Software für Zeitraffer-Fotografen. Darüber hinaus gibt er Workshops und Trainings in den Bereichen Fotografie, Zeitraffer und Video und leitet internationale Fotoreisen.


Carlton Ward Jr. (US)

Wildes Florida


Schon seit acht Generationen lebt die Familie von Carlton Ward Jr. in Florida. Entsprechend eng sind die Bindungen, die der Fotograf, Autor und Umweltschützer zu seiner Heimat hat. Auf den Spuren von Schwarzbären, Alligatoren und Pumas zeigt er in seinem Vortrag das wilde, unbekannte Florida, seine einzigartige Natur und Kultur. Aber er weist auch auf zahlreiche Probleme hin, von denen die spezifischen Lebensräume dieses Staates im Südosten der USA bedroht sind. Viele seiner Bilder entstanden im Rahmen einer Story für das National Geographic Magazine über das Projekt „Florida Wildlife Corridor“, das von ihm gegründet wurde, mit dem Ziel, die Naturräume Floridas ökologisch zu vernetzen. Mehr als 2.000 Meilen legte er indes in diesem Korridor zurück, wobei einzigartige Bilder entstanden. Sein aktuelles Projekt „Path of the Panther“ gibt Einblicke in das Leben einer der seltensten und bedrohtesten Raubkatzen der Welt – dem Florida-Panther. Für Ward eine Tierart mit Symbolcharakter, die für die immense Bedeutung ungestörter Ökosysteme steht.

Obwohl seine Arbeit Carlton Ward Jr. in viele Länder der Welt geführt hat, liegt sein fotografischer Schwerpunkt auf der Natur seiner Heimat Florida, deren Schutz ihm ein besonderes Anliegen ist. Seine Begeisterung für die Fotografie entwickelte sich während seines Studiums der Biologie und Anthropologie. Seinen Master in Ökologie machte er an der Universität von Florida.

2005 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern der iLCP (International League of Conservation Photographers). Carlton ist Autor von vier Büchern, und seine Reportagen erscheinen in namhaften Magazinen wie National Geographic, Audubon, Smithsonian und Nature Conservancy.
Carlton Ward Jr by Mac Stone

GDT Regionalgruppe Sachsen, Sachse-Anhalt (DE)

Naturschätze Mitteldeutschlands


Die RG 10 wird die Vielfalt und Einzigartigkeit der Natur Sachsens und Sachsen-Anhalts in fotografischen Streifzügen vorstellen, ohne Umweltprobleme wie Intensivlandwirtschaft oder Braunkohleabbau völlig auszublenden.
Als besondere landschaftliche Highlights werden die Gebirgslandschaften des Harzes und des Elbsandsteingebirges sowie die Elbaue in den fotografischen Fokus genommen. Das romantische Ilsetal im Farbenrausch des Herbstes, „Caspar-David-Friedrich“-Blicke auf die bizarre Felsenwelt der Sächsischen Schweiz oder die durch den Morgennebel brechende Sonne in der Elbaue bei Dessau – einzigartige Motive, für die unsere LandschaftsfotografInnen auch den strapaziösen Wecker um vier Uhr morgens selten scheuen.
Viele unserer Fotografen haben sich der gefiederten Welt verschrieben. Kein Wunder, kann man in unseren Gefilden doch so attraktive Arten wie Bienenfresser, Eisvogel, Wachtelkönig oder Wendehals bestens auf den Chip bannen.
Aber auch die BlümchenfotografInnen dürfen natürlich nicht zu kurz kommen. Märzenbecher & Co im Leipziger Auwald, Frauenschuh und andere Orchideenraritäten in den Muschelkalkregionen an Saale und Unstrut, Küchenschellen im allerallerletzten Abendlicht: Motive bieten sich den bodenverhafteten und mit Altglas oder modernem Makroobjektiv bewaffneten Floristen in Hülle und Fülle.

GDT-RG 10 Arbeitsfoto Gernot Pohl

GDT-RG 10 Arbeitsfoto Axel Schmoll
Die RG Sachsen/Sachsen-Anhalt (RG 10) in ihrer aktuellen Form wurde auf Initiative Gernot Pohls im Jahr 2009 gegründet. Derzeit umfasst sie 29 Mitglieder, davon 12 Vollmitglieder, worauf wir besonders stolz sind. Das Leitungsteam bilden seit 2016 Gernot Pohl und Axel Schmoll.
Was alle Mitglieder eint, ist die Begeisterung für die Natur. Viele engagieren sich im ehrenamtlichen Naturschutz und versuchen, in ihrer meist knapp bemessenen Freizeit und in ihrer ganz individuellen Art und Weise die spannendsten und schönsten Momente auf den Chip zu bannen. Ein Schwerpunkt der Gruppe ist die Tierfotografie, aber auch Landschafts-, Pflanzen- und Makrofotografie haben mittlerweile nachgezogen, so dass das gesamte Spektrum der Naturfotografie abgebildet wird.

Klaus Nigge, GDT (DE)

Mbuni – der Große Vogel Afrikas


Eigentlich könnte der Strauß mit all seinen Besonderheiten und Superlativen ein unbestrittener Star unter den Tieren Afrikas sein. Da er allerdings in der afrikanischen Savanne lebt, umgeben von Elefanten, Löwen und all den anderen charismatischen Großtieren, braucht man sich nicht zu wundern, dass die Horden von Safaritouristen beim Zusammentreffen mit einem Strauß zumeist nur für ein flüchtiges Pflichtfoto anhalten und sich dann wieder auf die Suche nach dem begehrten Motiv „Leopard auf Baum“ machen.

Klaus Nigge, obwohl zum ersten Mal in Afrika, hat Löwen und Giraffen nur nebenbei fotografiert und sich stattdessen auf mehreren Reisen einzig mit dem Großen Vogel und seinem erstaunlich unbekannten Leben beschäftigt.

Zur Produktion von Fleisch und Federn werden Strauße weltweit auf Farmen gehalten, und hier, wo ihm keine Löwen und Elefanten die Schau stehlen, ist der sonderbare Vogel schließlich der unangefochtene Star der Besucher. Auch davon wird die Rede sein.

Klaus Nigge Portrait

Über Klaus Nigge
Klaus Nigge ist Wildlife-Fotojournalist. Nach einem Studium der Biologie, Philosophie und Kunst arbeitete er als Biologe, bevor er 1995 freiberuflicher Fotograf wurde. Derzeit arbeitet er überwiegend für GEO und das National Geographic Magazine. Ab 1993 war er für drei Jahre Präsident der GDT und startete, zusammen mit dem Vorstandsteam, das erste GDT-Naturfotofestival in seiner Heimatstadt Lünen.

Milan Radicis (HU)

Neue Perspektiven – Faszinierende Wasserwelten aus der Luft

Der Einsatz von Drohnen hat meine Beziehung zur Fotografie nachhaltig verändert. Durch die Perspektive aus der Luft erschließen sich mir bei jedem „Flug” neue Möglichkeiten, und ich beginne, die Entstehungsgeschichte von Landschaften und ihren wahren Charakter mit ganz anderen Augen zu betrachten. Besonders die vom Wasser geprägten Regionen bieten fantastische Möglichkeiten für die Drohnen-Fotografie, seien es Flüsse, Seen, Lagunen oder Gezeitenküsten. Wenn sich etwa das Meer zurückzieht, verwandeln sich schlammige Marschen in Meisterwerke abstrakter Kunst, die demjenigen, der sich auf dem Erdboden bewegt, verborgen bleiben.

Der Blick aus der Luft ermöglicht uns, nachzuvollziehen, wie Wasser unseren Planeten prägt, aber auch, wie stark der Mensch in den natürlichen Wasserhaushalt eingreift. Motive wie Fischteiche, geflutete Bergbaugebiete oder Flussmündungen mögen vom Boden aus betrachtet, banal und unstrukturiert wirken. Aus großer Höhe betrachtet, erschließt sich jedoch eine komplexe Ordnung im Chaos.

In meinem Vortrag werde ich Sie mitnehmen auf eine „Flugreise” über vereiste schwedische Seen, Salzpfannen in Slowenien, faszinierende Fischteiche in Ungarn und über die Lagunen und Ästuare Italiens, Spaniens und Frankreichs.

Gebürtig aus dem ehemaligen Jugoslawie stammend, lebt der heute 50-jährige Milan Radisics in Budapest, wo er eine Agentur für multimediale Kommunikation betreibt. Seine Arbeiten werden weltweit in Ausstellungen präsentiert und haben Preise in zahllosen renommierten Wettbewerben gewonnen. Seine Storys erscheinen in National Geographic, BBC-Wildlife und vielen anderen namhaften Magazinen.

Milan Radisics

Bruno D'Amicis, GDT (IT)

Das Geheimnis der Giganten
Europas älteste Buchenwälder


Im Jahr 2017 hat die UNESCO entschieden, die Buchenwälder des Abruzzen-Nationalparks in Zentral-Italien als Teil des Weltnaturerbes „Ursprüngliche Buchenwälder der Karpaten und anderer europäischer Regionen“ aufzunehmen. Diese bedeutende Anerkennung unterstreicht die Relevanz dieser wunderbaren Bergwälder für den dauerhaften Erhalt evolutionärer Prozesse und ökologischer Dynamiken der Baumart Fagus sylvatica im Mittelmeerraum.

Diese Wälder sind Lebensraum für unzählige, zum Teil hochgradig gefährdete Tierarten, wie den marsischen Braunbären, Wolf, Wildkatze, Weißrückenspecht, Habicht, verschiedene Eulenarten und Salamander. Zudem machten Wissenschaftler Anfang des Jahrtausends die unglaubliche Entdeckung, dass einige Rotbuchen in dieser Region fast sechshundert Jahre alt sind. Damit wurde das Wissen um die maximale Lebensdauer dieser Baumart revolutioniert, und die Erkenntnis gewonnen, dass diese Bäume zu den ältesten Bedecktsamern des europäischen Kontinents gehören.

Ich habe die einzigartige Struktur, die komplexe Ökologie und die erstaunliche Biodiversität dieser Wälder mit Kameras, Kamerafallen und Drohnen erforscht und dabei eine Welt entdeckt, die aus der Zeit gefallen zu sein scheint, ein echtes „Erbe“, das internationale Anerkennung wahrlich verdient.


Bruno D’Amicis lebt und arbeitet im Herzen der Abruzzen, doch oft genug führen seine Projekte ihn auch in ferne Länder. Als Naturliebhaber seit frühester Kindheit begann er folgerichtig ein Studium der Biologie, das er mit der Auszeichnung „cum laude“ abschloss. Seit 2004 arbeitet er als professioneller Naturfotograf. Dabei konzentriert er sich vorrangig auf Themen, die sich mit dem Schutz von Biodiversität und Lebensräumen befassen.
Seine Bilder wurden in vielen renommierten Wettbewerben ausgezeichnet; unter anderem gewann er 2015 den Fritz Pölking Preis der GDT und 2014 den World Press Photo Contest in der Kategorie „Natur“. Zahlreiche Magazine, darunter GEO, National Geographic, BBC Wildlife und Terre Sauvage, publizierten seine Storys. Bislang hat Bruno D’Amicis fünf Bücher veröffentlicht. Naturschutzprojekte zu unterstützen, ist ihm ein großes Anliegen, und so arbeitet er mit verschiedenen Nichtregierungsorganisationen im In- und Ausland eng zusammen. Auch bei seinen Vorträgen ist es ihm wichtig, die Belange des Umweltschutzes mit Bild und Wort zu vermitteln.

Bruno DAmicis

Dorin Bofan (RO)


Terra Silva – Rumäniens Wälder im Spannungsfeld zwischen Kunst und Naturschutz


In meinem Vortrag möchte ich mein aktuelles Projekt „Terra Silva“ vorstellen, dass sich mit der enormen Biodiversität von Waldökosystemen beschäftigt. Eine wichtige Rolle spielen dabei die Wälder meiner Heimat Rumänien, unter denen sich einige der letzten Urwälder Europas befinden. Mit der zunehmenden Ausbeutung und Zerstörung dieser Lebensräume, erwacht zunehmend ein neues Bewusstsein für die Notwendigkeit, die letzten Reste unberührter Natur zu erhalten. So auch in Rumänien, wo eine kleine Gruppe couragierter Umweltschützer gegen ein korruptes System kämpft, das nicht nur die letzten Naturschätze zu zerstören droht, sondern auch die Gesellschaft als Ganzes.


Dorin Bofan

Über Dorin Bofan

Dorin Bofan arbeitet als Naturfotograf und Tour-Guide. Zusammen mit seiner Frau und ihrem gemeinsamen Sohn lebt er mitten im Herzen von Transsilvanien. Regelmäßig leitet er Foto-Workshops in Norwegen, Island, Schottland und Argentinien, aber auch in seiner Heimat Rumänien. Seine Bilder wurden in namhaften Foto-Wettbewerben ausgezeichnet, so etwa im NHM Wildlife Photographer of the Year und im GDT Europäischer Naturfotograf des Jahres.

www.dorinbofan.com

Christoph Kaula & Jessica Winter, GDT (DE)

Der Habichtskauz in Österreich – Ein Urwaldbewohner kehrt zurück


Noch vor 100 Jahren war der Habichtskauz in Österreich heimisch. Doch der Verlust des Lebensraums sowie illegale Abschüsse ließen diese imposante Eule Mitte des 20. Jahrhunderts aus Österreichs Wäldern verschwinden. Seit einigen Jahren wird er im Wienerwald sowie am Alpennordrand erfolgreich wiederangesiedelt.
Die Biologen und Naturfotografen Christoph Kaula und Jessica Winter arbeiten seit einigen Jahren eng mit dem Wiederansiedelungsprojekt zusammen. Sie nehmen uns mit auf eine Reise in die neue (alte) Heimat der seltenen Waldeule, in die Buchenwälder des Wienerwalds.

Jessica Winter
Jessica Winter ist Biologin und Naturfotografin. Im Rahmen ihres Studiums eröffnete sich ihr die Möglichkeit, eine Forschungssaison auf einer kleinen, unbewohnten Insel des Falklandarchipels in einer Seevogelkolonie zu verbringen. Weitere Reisen führten sie nach Costa Rica, Südafrika und in das schwedische Lappland. Nach einem Praktikum beim Habichtskauz-Wiederansiedlungsprojekt in Wien entschied sie sich, ihr Studium dort weiterzuführen. In den letzten Jahren widmete sie sich fotografisch verstärkt dem Natur- und Artenschutz und möchte mit ihren Bildern ein Bewusstsein für diesen schaffen. Sie ist außerdem Mitglied des Multimedia-Projekts Wiener Wildnis.


Christoph Kaula (geb. 1990) ist begeisterter Ornithologe und Naturfotograf. Durch sein Biologiestudium konnte er entfernte Orte bereisen und sein Wissen weltweit erweitern. Für den Master-Abschluss zog er nach Wien und legte dort seinen fotografischen Schwerpunkt auf Eulen und die urbane Naturfotografie. Immer häufiger bleibt dabei das Teleobjektiv zu Hause und Tiere werden stattdessen mit dem Weitwinkel fotografiert. Mit seinen Bildern möchte Christoph Naturschutzprojekte wie die Habichtskauz-Wiederansiedelung fördern und Öffentlichkeitsarbeit leisten.


www.impressionenjaeger.de

Instagram: @impressionenjaeger

Christoph Kaula