FRITZ PÖLKING PREIS 2020

Sieger: Alejandro Prieto - Mexiko

Alejandro wurde 1976 in der Stadt Guadalajara, Jalisco (Mexiko), geboren. Er hat seit seiner Kindheit eine enge Beziehung zur Natur, was auf den starken Einfluss seines Vaters und seiner Brüder zurückzuführen ist. Eine frühe Begegnung mit einem Zirkuselefanten, der spielerisch an seinem Arm saugte, löste eine große Liebe zu Tieren aus, die ihn schließlich dazu veranlasste, Tierarzt und Zoologe zu werden. Er arbeitete viele Jahre in diesem Bereich, bis er eines Tages beschloss, seinen Lebensweg zu ändern. Alejandros fotografische Reise begann 2007, als er entdeckte, wie er seine Leidenschaft für alles tierische Leben mit seinem Blick für die natürliche Schönheit verbinden konnte.

In den letzten fünf Jahren widmete Alejandro sein Leben vollständig der Fotografie; dabei hat er sich auf die fotojournalistische Bearbeitung von Wildtier-Themen spezialisiert. Derzeit arbeitet er in Kooperation mit Alianza Jaguar AC, einer gemeinnützigen Stiftung, die sich dem Schutz des Jaguars in Westmexiko widmet.

„Mein Ziel in diesem Leben ist es, die Natur und die wildlebenden Tiere durch meine Fotografie zu schützen. Ich versuche zu zeigen, was dort draußen passiert, damit ich hoffentlich einen positiven Einfluss auf die Menschen ausüben kann.“

www.alejandroprietophotography.com
Portrait Alejandro Prieto

Projekt: Grenzmauer

Die fast zweitausend Meilen lange Grenze zwischen den USA und Mexiko durchquert einige der biologisch vielfältigsten Regionen des Kontinents. Diese empfindlichen Ökosysteme beherbergen unzählige Arten von Säugetieren, Reptilien, Vögeln und Pflanzen. Viele Arten pendeln zwischen den Biomen im Süden und Norden des Kontinents. Sie werden besonders betroffen sein, wenn die US-Regierung ihr Vorhaben umsetzt, eine Mauer an der Grenze zu Mexiko zu errichten. Diese Grenzinfrastruktur würde nicht nur die lokalen Bewegungen von Wildtieren einschränken, sondern auch ihre Lebensräume fragmentieren und die tradierten Wanderwege unterbrechen, die diese Tiere seit jeher nutzen.
Alejandro Prieto | Ein weiterer ausgeschlossener Migrant

Ein weiterer ausgeschlossener Migrant
Das Bild eines Jaguars wird symbolisch auf einen Abschnitt der amerikanisch-mexikanischen Grenze projiziert. Jaguare sind im letzten Jahrhundert fast vollständig aus den USA verschwunden, hauptsächlich wegen des Verlustes von geeigneten Lebensräumen und der Bejagung zum Schutz des Viehs. Der Bau einer Mauer würde das Aussterben dieser Tierart in den USA bedeuten, da nur noch wenige Exemplare übrig sind.

Alejandro Prieto | Mein Hinterhof

Mein Hinterhof
Tijuana, Mexiko. Entlang der Grenze zwischen Mexiko und den USA gibt es bereits mehr als 650 Meilen von Grenz-Infrastrukturen. Diese Mauern und Zäune durchschneiden empfindliche Ökosysteme und trennen Gebiete, die von mehr als 1500 Tier- und Pflanzenarten bewohnt werden. 93 dieser Arten sind auf der Roten Liste der IUCN als vom Aussterben bedroht, stark gefährdet oder gefährdet aufgeführt.

Alejandro Prieto | Die Mauer des Todes

Die Mauer des Todes
Der Bau einer hohen Mauer inmitten eines empfindlichen Ökosystems wird sich nicht nur direkt auf die Lebensräume auswirken, sondern auch auf den Austausch bedeutender Ressourcen, wie Nahrung, Unterschlupf und sogar Fortpflanzungspartner. Auf diesem Bild liegt ein toter Kojote neben dem Grenzzaun in Arizona.

Alejandro Prieto | So nah und doch weit weg

So nah und doch weit weg
Auf dem Foto blickt ein Kojote durch die Gitterstäbe des Grenzzauns, der im Coronado National Memorial Park (Arizona) verläuft.

Alejandro Prieto | Ungewisse Zukunft

Ungewisse Zukunft
Eine Kamerafalle hält zwei Wilde Truthähne im Bild fest, die den Zaun überqueren, der Arizona (USA) von Sonora (Mexiko) trennt. Diese Zäune sind für Wildtiere durchlässig, aber die US-Regierung plant, sie durch eine solide Mauer zu ersetzen, so dass nicht nur Säugetiere betroffen sein werden, sondern auch einige Vögel, wie Strichelkauz und Wilder Truthahn.

Alejandro Prieto | Der Anfang vom Ende

Der Anfang vom Ende
Grenzmauer-Bau im Organ Pipe Cactus National Monument, einem UNESCO-Biosphärenreservat in der Sonora-Wüste Arizonas. Der US-Kongress bewilligte der Trump-Regierung ein Budget von mehreren Milliarden Dollar für den Ausbau der amerikanisch-mexikanischen Grenzmauer, wobei die daraus resultierenden Bedrohungen für geschützte Lebensräume und Grenzgemeinden ignoriert wurden.

Alejandro Prieto | Noch durchlässig

Noch durchlässig
Dieses Bild aus einer Kamerafalle zeigt einen Rotluchs, der den Zaun überquert hat, der die Bundesstaaten Sonora (Mexiko) und Arizona (USA) trennt. Spitzenprädatoren wie Wildkatzen gehören zu den ersten Arten, die verschwinden, wenn der Mensch natürliche Landschaften zerstückelt, was zu verarmten Ökosystemen führt, mit Auswirkungen auf Tier und Mensch.

Alejandro Prieto | Willkommen in Mexiko

Willkommen in Mexiko
Mit Hilfe einer Kamerafalle entstand dieses Bild eines Pekaris, das gerade aus den USA nach Mexiko eingewandert ist. Bislang sind die Grenzstrukturen durchlässig, aber die neuen Wandsegmente bestehen aus neun Meter breiten Barrieren, die aus Stahlträgern mit zehn Zentimeter breiten Lücken bestehen. Diese sind viel zu schmal, um größere Tiere durchzulassen.

Alejandro Prieto | Gesperrte Straße

Gesperrte Straße
In den Grenzgebieten leben mehrere Arten, deren Überleben von einem zusammenhängenden Ökosystem abhängt, das sich von den USA bis nach Mexiko erstreckt. Ein ausgedehntes Netz von Nationalparks, archäologischen Denkmälern, Wildnis- und Naturschutzgebieten schützt bislang wichtige Lebensräume für Wildtiere und bedeutende kulturelle Ressourcen auf beiden Seiten der Grenze. Auf dem Foto ein Hase neben der Grenzmauer in der Nähe des Flusses San Pedro in Sonora, Mexiko.

Alejandro Prieto | Blockiert

Blockiert
Die von US-Präsident Trump vorgeschlagene Mauer entlang der US-Grenze zu Mexiko wird durch eine der biologisch reichsten und vielfältigsten Regionen Nordamerikas verlaufen. Der US Fish and Wildlife Service hat eindringlich davor gewarnt, dass diese undurchlässige Barriere, die damit verbundenen menschlichen Aktivitäten und die hellen Lichter in der Nacht viele gefährdete Arten negativ beeinflussen könnten. Ein Rennkuckuck nähert sich der Grenzmauer bei Naco, Arizona.