FRITZ PÖLKING PREIS 2010

Kommentar der Jury 2010

von Thomas Block

 

Auf Einladung der Familie Tecklenborg fand sich die Jury zu einer sehr harmonischen und konstruktiven Jurierung der dritten Auflage des Fritz Pölking Preises in Steinfurt zusammen.

In der ersten Runde der Jurierung setzten sich schnell rund ein Dutzend Arbeiten qualitativ deutlich von den anderen Einreichungen ab. Auffallend war, dass sich wiederum Bildreportagen und Themenbildstrecken deutlich gegenüber reinen Portfolios durchsetzen konnten. Nachdem die Auswahl weiter auf vier Einsendungen reduziert war, fiel die Wahl des diesjährigen Preisträgers einstimmig auf Solvin Zankl und seine Reportage über Oliv-Bastardschildkröten in Costa Rica.
Die Arribada, die massenhafte Eiablage der Meeresschildkröten, und den anschließenden Überlebenskampf der frisch geschlüpften Jungtiere stellt Solvin Zankel in einer beeindruckenden Bildstrecke dar. Jedes Einzelbild für sich betrachtet erzählt eine kleine Geschichte im Rahmen dieses Naturschauspiels und wird Teil einer sorgfältig reduzierten Bildauswahl, die zusammen eine große Geschichte erzählt, ohne dass es zwingend eines ergänzenden Textes bedurfte. Der Preisträger hat verschiedene kreative fotografische Techniken eingesetzt, um das Geschehen in ausdrucksstarken Bildern festzuhalten.

Die Jury war wie auch im Vorjahr begeistert von der außerordentlich hohen Qualität vieler der zum Fritz Pölking Nachwuchspreis eingereichten Arbeiten. Aufgrund dieser hohen Leistungsdichte bei den besten Einsendungen und des Fördergedankens des Nachwuchspreises werden seit dem vergangenen Jahr auch die zweiten und dritten Plätze prämiert. Die Auswahl der Sieger gestaltete sich nicht einfach, zumal wir uns bei den Einsendungen immer wieder das Alter des jeweiligen Einsenders vergegenwärtigten. Den dritten Platz errang der 16-jährige Sam Cairns aus Schottland mit einer Bildstrecke über Eisbären im klassischen Reportagestil. Platz Zwei ging an das hochwertige Portfolio von Radomir Jakubowski (23 Jahre, Deutschland).

Sieger des diesjährigen Nachwuchspreises wurde Michal Budzynski. Die Jury entschied sich für den 18-jährigen Polen aufgrund der hohen Kreativität seines Portfolios. Michals Bilder zeigen zumeist ganz alltägliche Objekte in der Natur. Mit einem großen Gespür für Licht, Bildgestaltung und Reduktion gelingt es ihm, diese in Szene zu setzen. Man sieht diesem Portfolio an, dass der Fotograf auf der Suche nach dem besonderen Licht und ungewöhnlichen Blickwinkeln ist.