FRITZ PÖLKING PREIS 2008

Kommentar der Jury 2008

Von Markus Botzek

Wahrscheinlich werden die meisten jetzt sagen, dass es doch beinahe selbstredend ist, dass sich am Ende eine Story durchgesetzt hat. Nun, ganz so einfach ist es nicht.

Die Geschichte über die Monarchfalter ist präzise ausgearbeitet, homogen, und sie bringt dem Betrachter, in sowohl handwerklich einwandfreien als auch in kreativ überzeugenden Bildern, das Thema nahe. So hatten die Bilder von Ingo Arndt die Nase letztlich vorn, obwohl einige spannende und fotografisch reizvolle Portfolios, der Jury die Entscheidung nicht leicht gemacht haben.

Viele Portfolios scheiterten daran, dass die Fotografen die Möglichkeit 20 Bilder einzureichen auch ausgereizt haben. Um möglichst viele Bilder zu zeigen, wurden drei grüne Bilder mit zwölf eigentlich wunderbar roten Bildern kombiniert. Weniger wäre oft mehr gewesen. Für die Jury zählte, dass die Bilder in einem klar erkennbaren Zusammenhang stehen, die Fotografen eine Idee hatten, die Gesamtübersicht harmonisch ist — also eine gleich bleibende Ästhetik aufweist und/oder ein spannender naturkundlicher Aspekt eingefangen wurde.

Der Fritz Pölking Preis wurde 2008 zum ersten Mal vergeben. Die Jury hat viele spannende Arbeiten zu sehen bekommen und war begeistert über das immens kreative und naturkundlich-journalistische Potential. Wenn sich die Naturfotografen mit diesem, von der fotografischen Herausforderung sehr reizvollen Wettbewerb, erst einmal so richtig vertraut gemacht haben, werden sie die Arbeit zukünftiger Juroren hoffentlich noch interessanter und schwieriger werden lassen.

Ebenfalls zum ersten Mal konnten junge Naturfotografen ihre Arbeiten zum Fritz Pölking Nachwuchspreis einreichen. Das Siegerportfolio überzeugt mit interessanten, atmosphärischen Motiven und einer guten technischen Umsetzung. Man sieht den Bildern deutlich an, dass sich die Fotografen umfassend mit der Natur und der Naturfotografie beschäftigen, nicht nur während eines Urlaubs, sondern daheim, zu verschiedenen Zeiten und kontinuierlich. Das Portfolio ist somit eine Motivation für andere Nachwuchsfotografen. Zudem ist es, wie der gesamte Wettbewerb, ein gutes Beispiel dafür, dass es in der Welt viel zu finden und zu zeigen gibt. Und das die Welt direkt vor der Haustür anfängt.