Aktuelles
Lünen 2010
Nun sind doch schon einige Wochen vergangen und noch immer bin ich nicht dazu gekommen einen Festivalbericht über das diesjährige internationale Naturfotofestival der GDT in Lünen zu schreiben. Allerdings habe ich keine Sorge, dass mir diese Aufgabe sonderlich schwer fallen wird, denn im Grunde genommen sind mir viele Dinge noch so präsent, als wären sie erst gestern geschehen.
Das GDT Festival 2010 war für die GDT Jugendgruppe in vielerlei Hinsicht ein ganz besonderes. Zum einen hatten wir natürlich durch unsere Ausstellung und unsere Präsentation zum ersten Mal die Möglichkeit unser fotografisches Schaffen einem immens großen und bunt gemischten Publikum zu zeigen (dazu später mehr) und zum anderen hatten wir noch nie so viele Jugendgruppenmitglieder am gleichen Ort versammelt. So gesellten sich zu den letztjährig anwesenden Sebastian Erras, Radomir Jakubowski, Nicolas Persch und Kevin Winterhoff in diesem Jahr auch noch Sebastian Ritz, Hermann Hirsch und Stephan Rolfes. Bedenkt man, dass wir aus den unterschiedlichsten Ecken in Deutschland stammen, ist die Versammlung von 8 von 12 Mitgliedern schon eine beachtliche Leistung.
DONNERSTAG
Mein persönliches GDT Festival begann bereits Donnerstags mittags gegen 13.30 Uhr. Aus Tübingen kommend hatte ich die Gelegenheit genutzt, um meine Eltern in Koblenz zu besuchen und machte mich zu dieser Uhrzeit auf den Weg nach Lünen. Die Straßen waren weitestgehend frei und so kam ich dann gegen 16.00 Uhr am Hansesaal in Lünen an. Sebastians Auto sah ich auch schon auf dem Parkplatz stehend und somit konnte es direkt losgehen. Nachdem mich Sandra Bartocha in die Kunst des Bilderaufhängens eingewiesen hatte, verbrachten Sebastian und ich die nächsten Stunden damit die Ausstellung der GDT Jugendgruppe aufzubauen. Anschließend durften wir dann noch "bei den Großen" mithelfen und platzierten die Bildbeschreibungen unter den Bildern der GNJ und ENJ Ausstellung. Gegen Abend fanden sich dann alle Helfer in der Gaststätte "Harlekin" ein, die gewisser Weise unter dem Hansesaal gelegen ist. Mittlerweile war auch Radomir in Lünen angekommen und so nutzen wir die Gelegenheit als kleine Jugendgruppenfraktion endlich einmal einige GDTler in gemütlicher Runde etwas näher kennenzulernen. Wir verbrachten einen wirklich schönen Abend, bei dem sich die ein oder anderen Gemeinsamkeiten und Vorlieben herauskristallisierten. Exemplarisch dafür fanden Barbara Bollmann und ich heraus, dass wir auf der gleichen Schule Abitur gemacht hatten, obwohl sie in Kiel und ich in Tübingen lebe. Klar, dass es mit solchen Dingen nie an Gesprächsstoff mangelte! :)

Nach diesem wirklich schönen Abend wurde es dann noch einmal spannend. Gemeinsam fuhren Sebastian, Radomir und ich zur Umweltstation in Bergkamen, die für die nächsten Tage unser Basislager werden sollte und die noch niemand von uns gesehen hatte. An dieser Stelle noch einmal ein besonderes Dankeschön an Karen Korte, die diese Bleibe für uns organisiert hatte. Romantisch neben einem See und einem AKW gelegen, ist die Umweltstation eine Art ökologisches Fortbildungszentrum für Kinder, Schüler und Erwachsene. Man hatte uns einen Seminarraum reserviert, indem wir mit Isomatte und Schlafsack nächtigen durften. Nachdem die Tische im Raum verrückt und die Lager für die Nacht vorbereitet waren, machten wir uns an die Erkundung der Station. Das Bad und die Küche waren schnell gefunden (nur die Treppe des Todes rauf und dann links ;-)) und so nutzten wir die verbleibende Zeit, um noch einige Feinschliffe an unserem GDT Jugendgruppen Vortrag vorzunehmen.
FREITAG
Der Freitag begann einfach viel zu früh. Nach einer kurzen Nacht auf einem trotz Isomatte harten Boden machten wir uns wieder gemeinsam auf den Weg nach Lünen, um noch die letzten anstehenden Aufgaben gemeinsam mit den anderen Helfern zu erledigen. Spätestens jetzt waren wir vollends in die "GDT Familie" integriert. Hierbei möchte ich mich im Namen der Jugendgruppe noch einmal dafür bedanken, dass wir sofort mit verantwortungsvollen Aufgaben betraut wurden und nicht nur Hiwis waren. Gegen 13.00 Uhr hatten wir dann unseren ersten Vortrags-Probelauf. Im noch leeren Hansesaal war es schon ein tolles Gefühl unsere Bilder endlich einmal auf einer großen Leinwand zu sehen. Im Grunde genommen klappte sogar beim ersten Mal alles einwandfrei, nur die Lautstärke einzelner Musikstücke mussten wir noch manuell anpassen.
An dieser Stelle ein Dank an Bernd Nill, der uns gewähren ließ und vollstes Vertrauen in unsere Fähigkeiten am Computer hatte. Nach ca. 20 Minuten war die Generalprobe dann überstanden und die Aufregung begann langsam aber sicher größer zu werden, denn am nächsten Tag um 15.00 Uhr würde es endlich so weit sein. Nun hieß es aber erstmal beim Aufbau des Fotomarktes zu helfen. Mittlerweile hatte sich ein weiteres Jugendgruppenmitglied, Nicolas Persch, zu uns gesellt und half ebenfalls sofort tatkräftig mit.

Um 17.00 Uhr war dann das offizielle Meet & Greet der Referenten mit anschließender Siegerehrung der ENJ Preisträger. Hier ergab sich wieder einmal eine tolle Möglichkeit, um in lockerer Atmosphäre mit den verschiedensten Naturfotografen interessante Gespräche zu führen. Herausragendes Ereignis der Siegerehrung für die Jugendgruppe war die Ehrung von Radomir Jakubowski, der mit seinem Portfolio "Faszinatur" den zweiten Platz beim Fritz Pölking Nachwuchspreis erreicht hatte. Nach der Siegerehrung konnten die Gespräche aus dem Meet and Greet dann beim Erkunden der ENJ Ausstellung noch weiter vertieft werden.


Den späten Abend verbrachten wir wieder in der Umweltstation, wo wir uns gemeinsam noch einmal unseren Vortrag ansahen und nach eventuellen Überblendungsfehlern oder Ähnlichem Ausschau hielten. Anschließend erklärte sich Radomir bereit uns wie im letzten Jahr einen seiner berühmten Photoshop Kurse zu geben. Doch nicht nur der Austausch von Bildbearbeitungswissen bereitete uns Freunde, nein, auch Radomirs Fisheye Objektiv entpuppte sich als eines der Highlights des Abend. Das ganze verlängerte Wochenende benutzten wir es um Bilder in den komischsten Perspektiven zu machen und das Wirken der Jugendgruppe zu dokumentieren. Wundern Sie sich also nicht, wenn die Bilder, die denen Bericht ausschmücken etwas "unkonventionell" erscheinen. :-) Unvergessen bleibt an diesem Abend auch Radomir's "Ich-Ordner". Normalerweise haben Fotografen wenige Bilder von sich selbst, da man in den meisten Fällen ja der einzige mit einer Kamera ist. Radomir hingegen hat eine sehr elaborierte Sammlung von Arbeitsfotos und wir konnten an diesem Abend einen kurzen Blick darauf werfen... Anzahl der Dateien: 356 (!!!) ;-).

SAMSTAG
Nun war es endlich so weit. Der Samstag Morgen war gekommen und nach einem kurzen Frühstück ging es zurück zum Festivalgelände. Ich selbst hatte Samstags und Sonntags Schlüsseldienst und ließ mich an diesem Morgen noch schnell von Werner Bollmann in meine Aufgaben einlernen. Das Vortragsprogramm im einzelnen zu beschreiben, würde an dieser Stelle den Rahmen, dieses eh schon viel zu lang geratenen Bericht sprengen. So möchte ich an dieser Stelle direkt zum Start des Nachmittagsprogramm springen.
Gegen 15.00 Uhr durfte die GDT Jugendgruppe ihren Vortrag "GDT Jugendgruppe - Eine neue Generation Naturfotografen" dem Lünener Publikum präsentieren. Nachdem Sebastian Erras uns hervorragend vorgestellt hatte drückte ich auf den Start-Button der Vorführung. Exakt 22 Minuten und ca. 200 Bilder später erfüllte mich der tosende Beifall des Publikums mit einem besonderen Stolz. Markus Botzek bat anschließend alle anwesenden Mitglieder der Jugendgruppe (Sebastian Erras, Radomir Jakubowski, Nicolas Persch, Stephan Rolfes, Sebastian Ritz, Hermann Hirsch, Kevin Winterhoff und mich) auf die Bühne. Dabei hob er einige besondere Leistungen der Jugendgruppe hervor, wie beispielsweise den zweiten Platz von Radomir Jakubowski beim Fritz Pölking Nachwuchspreis sowie den Gesamtsieg von Hermann Hirsch beim Baltic Young Wildlife Photographer of the Year! Insgesamt ist der Auftritt der GDT Jugengruppe am Samstag also als voller Erfolg zu werten.


Während des gesamten verbleibenden Abends bekamen Sebastian und ich noch viel Lob für unsere Präsentation und auch einige Anfragen bezüglich Ausstellungen unserer Bilder und Vorführungen unseres Vortrags auf anderen Naturfotofestivals in ganz Deutschland. Halten Sie also auch in Zukunft bei Besuchen von Naturfotoveranstaltungen Ihre Augen offen nach der GDT Jugendgruppe! :) Den Abend verbrachten Sebastian und ich dann beim Buffet in sehr netter Gesellschaft von Bruno D'Amicis, Sven Zacek, Hannu Hautala und Lassi Rautiainen und ihren Begleitungen.
Zurück in der Umweltstation herrschte dann durchaus eine heitere Stimmung und das ein oder andere Bierchen wurde in einer gemütlichen Runde geleert. Mit dabei natürlich wieder Radomirs Fisheye, das einige lustige Szenen des Abends festhalten konnte.
SONNTAG
Der Sonntag begann recht entspannt, auch wenn der Wecker wieder einmal viel zu früh klingelte. Unsere Sachen hatten wir schnell zusammengepackt und die übrig gebliebenen Lebensmittel überließen wir den Angestellten der Umweltstation. Die Gewissheit, dass unser Vortrag gut ankam und dass man alle aufgetragenen Aufgaben bisher sehr gut bewältigt hatte sorgte bei allen für ein entspanntes Gefühl und so konnten wir noch einmal eine Reihe von wirklich sehr guten Vorträgen genießen. Leider war der Nachmittag und somit das offizielle Ende des Festivals sehr schnell erreicht. Ich selbst musste noch am gleichen Abend nach Tübingen fahren und verabschiedete mich daher kurz nachdem wir unsere Jugendgruppen Ausstellung wieder zusammengepackt hatten.
Bereits im letzten Jahr hatte ich ein sehr gutes Gefühl bei der Abreise, da ich wusste, dass die Chemie in der Jugendgruppe stimmt und in nächster Zeit noch einige tolle Dinge geschehen würden. Diese Vermutung bestätigte sich in vollster Weise beim diesjährigen Festival und daher freue ich mich auf die kommende Zeit. Auch wenn ich selbst alterstechnisch der Jugendgruppe in diesem Jahr entwachsen bin, bin ich mir sicher, dass ich auch in Zukunft mithelfen kann, die Gruppe als eine feste Größe innerhalb der GDT zu etablieren. Immerhin bringe ich nun viel Erfahrung mit! ;o) Was mir in diesem Jahr wieder sehr stark auffiel war die vorhandene Kreativität in der Jugendgruppe, denn während unserer gemeinsamen Abende in der Umweltstation kommunizierten und diskutierten wir viele Bildideen und fotografische Techniken. Meiner Meinung nach ist genau dieser Austausch und die gegenseitige Inspiration der Jugendgruppenmitglieder ein Erfolgsrezept, das in den nächsten Jahren Früchte tragen wird. Bis dahin hoffe ich, dass viele von Ihnen unserer Entwicklung folgen und uns bei unseren Vorhaben unterstützen werden. Wir freuen uns immer über Kommentare, Kritik und Anregungen rund um die Jugendgruppe und wünschen Ihnen in der Zwischenzeit allzeit gutes Licht!
Herzlichst,
Stefan Christmann
P.S. Mehr Bilder von unserem Wochenende in Lünen können Sie auch auf unserer Fanpage auf Facebook finden.