Monatskritik
Februar 2010 - März 2010
Kommentar
„Ein richtig tolles Bild vom Flussregenpfeifer“ war mein erster Gedanke, als ich diese Aufnahme betrachtete.
Und auch nachdem ich mich länger mit der Aufnahme beschäftigt habe, ist mein Fazit sehr positiv.
Der unscharfe Vorder- und Hintergrund bildet einen idealen Rahmen, der nicht vom eigentlichen Motiv ablenkt. Es wurde jedoch so weit abgeblendet, dass sich der Lebensraum noch erahnen lässt, eine sehr gute Wahl der Blende. Die Strukturen der unscharfen Bildelemente wirken harmonisch, weiches Grün und Braun, sehr schön - keine besonders hellen oder dunklen Details im Umfeld, die einem diese Art von Aufnahme gerne einmal verhageln.
Die tiefe Aufnahmeposition ist ideal und der wichtige Blink im Auge verleiht dem Flussregenpfeifer Leben. Der Bildaufbau überzeugt auch. Ein Schnitt oben auf ein 3:4 Seitenverhältnis betont das eigentliche Motiv mehr, ist letztlich aber Geschmacksfrage. Ebenso wäre sicherlich auch ein Querformat bei dieser Aufnahmesituation denkbar gewesen.
Fazit: Eine Aufnahme, die zweifelsohne den Anforderungen bei der Bewerbung um die GDT-Vollmitgliedschaft genügt und mit der der Autor durchaus auch mal sein Glück bei einem Fotowettbewerb versuchen sollte.
Kommentar
Bei der zweiten Aufnahme, die ich für die Bewertung gewählt habe, fällt mein Urteil nicht so positiv aus. Die Bildidee ist gut: Eine Gruppe Giraffen, die in ihrem natürlichen Umfeld gezeigt werden soll, wobei die Bäume im Vordergrund die Szene oben einrahmen sollen. Zwei Dinge stören mich vor allem bei der Umsetzung: Der Kopf der linken Giraffe befindet sich etwas unglücklich vor einem Baum und hebt sich deshalb nicht ausreichend vom Hintergrund ab. Hier wirkt eine minimale Positionsänderung häufig schon Wunder.
Der zweite größere Makel ist für mich, dass sich die mittlere Giraffe vom Betrachter abwendet. Sie zerstört zudem die eigentlich schöne „Doppelung“ der beiden parallel stehenden Tiere an den Seiten. Das Licht ist relativ hart, wobei die hinteren Flanken des vorderen Tieres angestrahlt werden und der Kopf eher im Schatten liegt, was nicht ideal ist. Der Bildaufbau ist mit Ausnahme des bereits erwähnten störenden Baums hinter dem Motiv einwandfrei, Belichtungszeit und Blende sind gut gewählt. Die gelungene Einrahmung durch die Bäume oben verhindert zudem, dass zuviel Himmel gezeigt wird, was aufgrund des erheblichen Kontrastumfangs bei dieser Lichtsituation unweigerlich zu Überstrahlungen bei den Wolken geführt hätte.
Fazit: Gute Bildidee, aber im Detail einige Fehler, die eine sehr gute Beurteilung vereiteln.

