Gesellschaft Deutscher Tierfotografen e.V.

GDT Europäischer Naturfotograf des Jahres 2012

Tommy Vikars - Finnland

"Ich wurde im November 1969 in Finnland geboren. Mit Naturfotografie beschäftige ich mich seit 1998, und zwar als Amateur, denn von Beruf bin ich Schreiner. Angefangen hatte alles bei einem Besuch in meinem Wald. Ich hackte gerade Holz und dachte darüber nach, wie gerne ich mich inden Wäldern aufhielt, und dass es eigentlich schön wäre, hier eine Hütte zu haben. Ich setzte meine Idee in die Tat um und baute mir ein kleines Blockhaus. Dadurch konnte ich nun noch mehr Zeit in meinem geliebten Wald verbringen, und es ergaben sich natürlich auch viel mehr Gelegenheiten, dort zu fotografieren. In manchen Jahren verbrachte ich fast meine gesamte Freizeit dort. Anfangs fotografierte ich gar nicht so viel, wanderte lieber umher und dachte darüber nach, welche Faszination der Wald auf den Menschen ausübt, wie viele Geheimnisse dort zu entdecken sind, und dass ich mich bei diesen Wanderungen glücklich und gesund fühlte und viel mehr bei mir war als an anderen Orten. Diese Gefühle versuchte ich auch, mit meinen Bildern zum Ausdruck zu bringen. Ich wollte das Wesen des Waldes, seinen Geist, einfangen. Noch immer ist mein Blockhaus eine Art Rückzugsort für mich, doch inzwischen fotografiere ich vermehrt in der Nähe meiner Heimatstadt Norrnäs, die an der Küste liegt. Es gibt dort mehr Tierarten, die ich fotografieren kann, und ich liebe das späte Abendlicht in dieser Region. Die meisten Aufnahmen entstehen ganz in der Nähe, innerhalb eines Umkreises von etwa 30 Kilometern. Ich liebe Kunst. Alles, was ich in meiner Freizeit tue, hat etwas mit Fotografie und Bildern zu tun. Das ist meine Art, zu leben. Einige meiner bisherigen Arbeiten wurden bereits in Fotowettbewerben ausgezeichnet, etwa beim finnischen Naturfotowettbewerb des Jahres 2009. Und im Wettbewerb „Europäischer Naturfotograf des Jahres“ der GDT hatte ich 2010 gleich drei lobende Erwähnungen. Daneben zeige ich meine Bilder auch in Ausstellungen."

"Der Sterngucker"

Nikon D700, 4.0/16-35mm VR, ISO 2000, f4, 30s, Funkauslöser

"In meinem Dorf leben zwei Brüder, die das Wild in harten Wintern mit Heu versorgen. Die beiden erlaubten mir, an einem ihrer Futterplätze zu fotografieren. Mein Ziel war es, die in Finnland ausgewilderten Weißwedelhirsche während der Nacht aufzunehmen. Dazu steckte ich meine Kamera in eine isolierte Box und versteckte sie am Futterplatz. Ich selbst saß etwa 50 Meter entfernt in einer Hütte, von wo aus ich den Fernauslöser bedienen konnte. Um den richtigen Moment abzupassen, schaute ich auf das Display meiner anderen Kamera, die ich mit einem 300er bestückt hatte. Es war in der Dunkelheit oft nur sehr schwer zu erkennen, was sich am Futterplatz abspielte, und so misslangen viele Bilder. Oft bewegten sich die Tiere während der langen Belichtung zu schnell oder in eine falsche Richtung. Aber als ich dann dieses Bild auf meinem Laptop sah, war ich außerordentlich zufrieden – der Aufwand hatte sich gelohnt."