Gesellschaft Deutscher Tierfotografen e.V.

Gewinner des Fritz Pölking Preises 2012

Ingo Arndt, GDT - Deutschland

Ingo Arndt, 1968 in Frankfurt am Main geboren, arbeitet seit 1992 als professioneller Tier- und Naturfotograf. Seine Bilder haben große Anerkennung gefunden und werden weltweit in Magazinen wie GEO, National Geographic, BBC Wildlife oder Terre Sauvage veröffentlicht.

Bei seinen Reportagereisen arbeitete er bereits auf allen Kontinenten der Erde. Durchschnittlich verbringt er, zusammen mit seiner Frau, jährlich sechs Monate auf Reisen.
Mit seinen Bildern möchte Ingo Arndt beim Betrachter Emotionen wecken, ihm den Reichtum der Natur vor Augen führen und dadurch für den Naturschutz werben. Über die Suche nach dem perfekten Einzelbild hinaus, versucht er bei seiner Fotografie die komplexen ökologischen Zusammenhänge sichtbar zu machen und die einzigartigen Verhaltensweisen im Tierreich zu dokumentieren. Seit dem Beginn seiner Karriere hat sich Ingo Arndt auf die Produktion von ausführlichen Bildreportagen spezialisiert.

2005 wurde er für seine Geschichte über „Tierfüße“ bei World Press Photo ausgezeichnet. Seine Bilder gewannen in den Jahren 2000, 2002, 2004, 2006 und 2007 Preise beim Wettbewerb „Wildlife Photographer of the Year“. 16 Bilder von Ingo Arndt wurden beim Wettbewerb „Europäischer Naturfotograf des Jahres“ prämiert. 2006 wurde er mit dem Deutschen Preis für Wissenschaftsfotografie ausgezeichnet, und 2008 erhielt er von der Gesellschaft Deutscher Tierfotografen (GDT) den Fritz Pölking Preis.

Ingo Arndt ist berufenes Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Photographie (DGPH).

Seine Ausstellungen werden in vielen Museen Europas präsentiert. In Hörfunk und Fernsehen wird immer wieder über seine Arbeit berichtet.

Ingo Arndt veröffentlichte bisher 14 Bücher. Darunter sind die Titel „Logbuch Polarstern“ (2005), „Affen in der Wildnis“ (2007), „Nomaden des Windes“ (2008) und sein neustes Werk „Tierreich“ (2010).

Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.ingoarndt.com.

"Neues Leben"

Wissenschaftler, Privatzüchter, Familie, Forschungslabors: Alle waren sie eingespannt in mein Projekt. „Neues Leben“ – unter dieses Motto stellte ich eine Foto-Geschichte, mit der ich die Momente zeigen wollte, in denen Tiere geboren werden. Natürlich wollte ich einen guten Querschnitt an Tierarten zeigen, ließ der Ästhetik bei meiner Arbeit aber immer den Vortritt.

Schnell wurde mir klar, dass ich in einigen Fällen Wald und Wiese gegen das Fotostudio eintauschen musste. Manche Tierarten waren nur unter kontrollierten Bedingungen zu fotografieren und mussten tagelang beobachtet werden, um den richtigen Moment der „Geburt“ nicht zu verpassen. Besonders dankbar bin ich den vielen wildfremden Menschen, die mich immer herzlich empfingen und bei meiner Arbeit unterstützten. Doch ein guter Teil der Bilder gelang mir auch draußen vor der eigenen Haustür. So fand meine Frau das winzige Nacktschneckengelege unter einem morschen Stück Holz, und die Wassertonne vor unserem Schlafzimmer sorgte für reichlich Stechmücken-Nachwuchs – und für starken Blutverlust in warmen Nächten bei offenem Fenster...

"Harte Arbeit" - Landschildkröte schlüpft (C)

Mit dem Eizahn hat die junge Breitrandschildkröte das Ei aufgebrochen. Es kann mehrere Stunden dauern, bevor sie sich von ihrer einstmals schützenden Hülle befreit hat.

"Durchgebissen" - Honigbiene schlüpft (C)

Um auszuschlüpfen öffnet die Honigbiene ihre Zelle mit den scharfen Mundwerkzeugen (Cheliceren). Nach dem Schlupf ist sie noch blass gefärbt, muss erst die Flügel entfalten und komplett trocknen. Bevor sie zum ersten Mal den Bienenstock zur Nahrungssuche verlässt, ist sie noch tagelang mit wichtigen Aufgaben beschäftigt. Dazu gehören die Versorgung der Larven, der Wabenbau und das Wachehalten.

"Gut bewacht" - Junge Skorpione (C)

Neugeboren Skorpione sind auf Mutters Rücken sicher. Mit ihrem Giftstachel bewacht sie ihren Nachwuchs vor Feinden.

"Raus aus dem Schleim" - Nacktschnecke schlüpft

Aus dem ersten Ei im Nacktschneckengelege ist der Nachwuchs geschlüpft. Gut verborgen unter morschem Holz werden die Geschwister bald folgen. Durch die transparenten Eihüllen sind ihre Körper bereits gut erkennbar.

"Ei am Stiel" - Florfliege schlüpft

An einem langen Stiel ist das Ei der Florfliege befestigt. Es ist winzig und mit dem bloßen Auge kaum zu erkennen. Nach dem Schlupf balanciert die Larve den Stiel herunter und häutet sich zum ersten Mal. Danach geht sie auf Blattlausjagd und ist nach 8 bis 22 Tagen ausgewachsen.

"Transparenz" - 11 Katzenhai im Ei (C)

Durch die transparente Eihülle ist der Katzenhai-Embryo gut erkennbar. Neben ihm liegt der Dottersack, von dem das Jungtier seine Nahrung bezieht.

"Lebendgeburt" - Blattlausgeburt

Die etwa drei Millimeter große Erbsenlaus kann sich ungeschlechtlich mit einer extrem hohen Vermehrungsrate reproduzieren. Dabei entstehen ungeschlechtliche Tiere, die lebend geboren werden. Erst im Herbst entstehen Männchen und Weibchen. Nach deren Paarung werden befruchtete Eier abgelegt, die dann überwintern.

"Aufgerissen" - Fliege schlüpft (C)

Einige Minuten benötigt die Fliege, um sich aus der engen Puppenhülle zu quetschen. Ihre Facettenaugen sind schon gut ausgebildet. Vor dem ersten Start muss sie ihre Flügel trocknen. Während dieser Zeit ist sie ihren Feinden schutzlos ausgeliefert.

"Wiedergeburt" - Wanderheuschrecke häutet sich (C)

Nach der letzten Häutung ist die Wanderheuschrecke ausgewachsen und geschlechtsreif. Die fast sechs Zentimeter großen Insekten kommen in zwei Formen vor: Es gibt weitgehend ortstreue Tiere und umherziehende Schwarmtiere.