Gesellschaft Deutscher Tierfotografen e.V.

Europäische Naturfotografin des Jahres 2010

Britta Jaschinski

Britta Jaschinski, gebürtige Bremerin, machte eine Ausbildung als Fotografin, bevor sie nach Großbritannien zog und dort Künstlerische Fotografie studierte. Sie ist Naturfotografin, doch sicherlich nicht im herkömmlichen Sinne. Zwar möchte sie mit ihren Bildern die schönen und unberührten Facetten der Natur widerspiegeln, doch ist es ihr auch ein großes Anliegen, auf die Gefährdung und Zerstörung der belebten Welt hinzuweisen, die regelmäßig von einer einzelnen Art ausgehen, der selbstherrlichen Spezies homo sapiens.
Lange Zeit hat Britta Jaschinsky das traurige Schicksal von Tieren in Gefangenschaft dokumentiert. Ihre Portraits der gequälten Kreaturen sind ergreifend und erschütternd in ihrer kompromisslosen Direktheit. Dunkle, harte Kompositionen von Tieren hinter Gittern vermitteln ein Gefühl für das erbärmliche Leben in Gefangenschaft. Zurzeit widmet sich die Künstlerin der Fotografie von Tieren in ihrem natürlichen Lebensraum. Mit ihren Bildern möchte sie die Schönheit, aber auch Zerbrechlichkeit unseres Planeten dokumentieren, wobei der künstlerischen Interpretation stets Vorrang gegenüber der reinen Dokumentation eingeräumt wird. Sie erschließt dabei neue Sichtweisen, die frei sind von konventioneller Darstellung und kulturellem Ballast. Ihre Bilder werfen Fragen auf – Fragen über das zukünftige Schicksal unseres Planeten. Ihre Bildbände werden von Phaidon Press and Thames & Hudson verlegt. Sie hat zahlreiche internationale Auszeichnungen erhalten, ihre Bilder werden weltweit in Museen und auf Kunstfestivals gezeigt und in Galerien und auf Auktionen gehandelt.

www.brittaphotography.com

Ghostly Cheetah - Geisterhafter Gepard

Wenige Tage vor meiner Ankunft in Ndutu (Tansania) hatte ein Buschfeuer in der Region gewütet. Auch zahlreiche große Akazien waren dem Feuer zum Opfer gefallen. Der beißende Geruch von Asche lag in der Luft, und überall sah man Opfer des Feuers: Ausgebrannte Schildkrötenpanzer und orientierungslos wirkende Dikdiks und Impalas, die in der verbrannten Landschaft nach Deckung suchten. Plötzlich erschien ein Gepard auf der verkohlten Savanne. Eigentlich hätte das Feuer ein Glücksfall für die großen Katzen sein müssen: Überall verwirrte Beutetiere, die keine Deckung mehr hatten. Doch auch der Gepard wirkte unruhig und entwurzelt, geradezu geisterhaft. Ich machte ein Bild und sah zu, wie das Tier langsam auf der versengten Savanne verschwand. Geparde gehören zu den stark gefährdeten Tierarten – Lebensraumverlust und direkte Verfolgung gehören zu den wesentlichen Ursachen. Ich glaube, dieses Bild spiegelt diese Bedrohung sehr gut wider; es vermittelt ein Gefühl für die Verletzlichkeit dieser Art.

Nikon FE2, Nikon 4.0/200 mm, Kodak Film TX 400 ASA

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