Gesellschaft Deutscher Tierfotografen e.V.


© Jens Kuhfs

GDT Jugendgruppe

Gruppenleiter

Radomir Jakubowski

Danziger Straße 9
66121 Saarbrücken
Deutschland

Fon: 0172 528 62 62
eMail: radomir@naturfotocamp.de

Webseite der GDT Jugendgruppe

http://www.gdtfoto.de/jugendgruppe

Wir möchten Sie hiermit gerne auf die Internetseite der GDT Jugendgruppe einladen. Unsere Gruppe wurde 2009 gegründet und umfasst alle bis 26-jährigen Voll- und Fördermitglieder der GDT. Unser Ziel ist es ambitionierte jugendliche Naturfotografen zu fördern und ihnen den Anschluss an die GDT zu ermöglichen, indem wir uns gemeinsam austauschen, interne Monatskritiken durch erfahrene GDT Mitglieder oder auch gemeinsame Ausflüge organisieren. Dabei versuchen wir uns dem fotografischen Niveau der GDT sukzessive anzunähern. Innerhalb der Jugendgruppe haben wir daher schon einige Mitglieder, die bei den größten renommierten Naturfotografie-Wettbewerben Europas erfolgreich waren.

Interessierte Jugendliche möchten wir an dieser Stelle dazu ermutigen sich auf unsere Seite umzusehen und mit uns in Kontakt zu treten. Wir freuen uns immer auf Gleichgesinnte zu treffen und gemeinsam nicht nur gute Naturfotos zu machen sondern auch die ethischen Verpflichtungen im Umgang mit der Natur an möglichst viele möglichst früh weiterzugeben.

Ein Bericht der GDT- Jugendgruppe

Die GDT Jugendgruppe erfreut sich eines immer größeren Zuwachses, sodass scheinbar nicht nur das Interesse der jungen Menschen an der Naturfotografie stetig steigend ist, sondern auch die Mitgliederzahlen der Jugendgruppe. Nachdem die holländische Vereinigung NVN eine Jugendgruppe gegründet hat, haben wir Kontakt mit dieser aufgenommen um auch einen länderübergreifenden Austausch der Jugend zu ermöglichen. Wir haben eine gemeinsame Exkursion nach Zingst organisiert, an der die Jugendgruppenmitglieder kostenfrei teilnehmen konnten. Einen von Sven Hermann verfassten Reisebericht finden Sie im Anschluss. Doch auch in Lünen haben wir uns gemeinsam getroffen. Hier haben wir gemeinsam in der Ökologiestation der Stadt Lünen genächtigt, gelacht und gequatscht bis spät in die Nacht. Natürlich genossen wir genau wie die „Alten“ die Vorträge tagsüber und die fast familiäre Atmosphäre des Festivals.

Ostseeurlaub der jungen Wilden (Autor: Sven Hermann)

Sachte liegen die Wellen auf einer ruhigen See und umspülen leis-rauschend den weißen, feinen Sand vor dem Deich. Ein beständiger aber angenehmer Wind weht aus Norden. Er ist frisch und schmeckt leicht salzig auf der Zunge, das unverkennbare Merkmal des Meeres. Jetzt im Spätsommer fühlen sich die letzten Sonnenstrahlen hier oben an der Ostsee noch einmal besonders angenehm auf der Haut an. Was könnte es da Schöneres geben, als nach einem gemütlichen Frühstücksbrunch den Tag im Strandkorb zu verbringen, samt einem guten Buch in der Hand sowie einem Gläschen Rotwein an der Seite?
5:00 Uhr der Wecker schrillt grell und reißt mich abrupt aus meinen Träumen. Ja wir sind tatsächlich an der Ostsee, genauer gesagt im Ostseeheilbad Zingst! Ein richtig schönes Ferienhäuschen haben wir dort gestellt bekommen. Auf drei Etagen, mit flauschigen Betten und einem Kamin gar. Wir, das sind einige Mitglieder der GDT Jugendgruppe - Hermann Hirsch, Moritz Kaufmann, Kevin Winterhoff, Julian Schneider, Annabella Wolf und ich (Sven Herrmann). Aus allen Ecken des Landes sind wir hier her gereist, zum Teil mit erheblicher Anfahrt. Und dann stehen wir noch halb in der Nacht auf, um uns nach einem schnellen Frühstück rein zum Zweck der Nahrungszufuhr, mit schwerem Rucksack bepackt und zu Fuß zum Darßer Strand zu kämpfen. Was treibt sechs junge Menschen zu diesem Martyrium, hier inmitten einer Wellnessoase? Es ist die Begeisterung für die Fotografie, die Liebe zur Natur und die Faszination des gemeinsamen Unternehmens. All das lässt sich im Zuge unseres Jugendgruppenausfluges nach Zingst hautnah erleben.
Es dauert nicht lange auf unserem Weg durch den dunklen Wald, da nehmen einige von uns bereits die erste Fährte auf - "Riecht ihr das? Wildgeruch ist in der Luft!". Mit dem Einsetzen der Dämmerung durchbrechen wir die Waldgrenze und blicken über das Darßer Hinterland, welches aus kleinen Sanddünen mit Schilfbewuchs besteht. Und tatsächlich - dort inmitten des Röhrichts bewegt sich ein stolzes Geweih gemächlich voran. Kurz darauf beäugt uns neugierig unser erster Rothirsch des Tages. Wir haben kaum Zeit die Kameras in Position zu bringen, da verliert das Objekt der Begierde auch schon wieder das Interesse an uns und schlendert gemächlich von dannen. Seis drum, das Licht war sowieso noch nicht gut! Wir sollten noch weitere Begegnungen mit diesen stolzen Tieren bekommen. Mit dem Aufgehen der Sonne am bewölkten Horizont fängt der Himmel an violett zu leuchten und löst bei einem der Hirschbullen wahre Adrenalinschübe aus, die sicherlich auch über die Anwesenheit der Hirschkühe zu erklären gewesen wären. Wie verrückt rennt der junge Wilde unterhalb der Düne entlang, macht immer wieder einige Abstecher nach oben. Doch auf den Dünenkamm vor den leuchtenden Morgenhimmel mag er einfach nicht gehen. Wir fiebern die ganze Zeit über mit, keiner lässt den Hirsch mehr aus den Augen und jeder hofft, dass er doch endlich in die ersehnte Position für das Bild der Bilder gehen möge. Es kommt natürlich wie es kommen musste und der Hirsch steht immer einen halben Meter am falschen Fleck, bevor das Morgenrot auch schon wieder genauso schnell verflogen ist wie es gekommen war. Während der eine junge Wilde sich weiter seinem Brunftgeschehen hingibt, klagen die sechs anderen jungen Wilden am Darß über den unkooperativen Hirsch und schultern ihre Kamerarucksäcke um sich auf den weiteren erlebnisreichen Weg zu machen.
Wäre es nur die Hirschbrunft gewesen, welche uns der Darß geboten hätte, so wäre das Naturerlebnis zwar sensationell, die Bildausbeute aber doch sehr bescheiden geblieben. Zum Glück gab es ja noch die Küstenvögel und bei diesen liefen unsere Kameras endlich heiß. Denn hier wollten wir uns nicht mehr mit unkooperativen Fotoobjekten abfinden und investierten die eingepackten Frühstücksbrötchen und Müsliriegel als Bestechung für ein ausgedehntes Strandshooting mit Frau Möwe und Herrn Krähe. Mit leerem Magen, aber glücklich über das Erlebte und die vollen Speicherkarten machten wir uns zurück zu unserem Luxus-Basislager.
Wieder ist es 5:00 in der Früh und wieder hämmert mich mein Wecker aus den Träumen. Dunkel kann ich mich noch daran erinnern, dass wir Tags zuvor nach dem Fotografieren sogar noch eine große Fotoausstellung besucht haben, die "heartbeat of nature". Während dem gemütlichen Zusammensitzen beim Feierabendbier lief Boxen und Klitschko klopfte seinem Herausforderer den Schädel wund. Meiner tut gerade nicht minder weh, aber es hilft ja nichts. Heute steht noch der Zug der Kraniche auf dem Programm und dafür müssen wir bei Sonnenaufgang am Günzer See sein - eine ganz sichere Nummer um Kraniche vor die Linse zu bekommen, da diese hier per Ablenkfütterung von den Feldern fern gehalten werden. Das Zusammenpacken der Ausrüstung läuft routiniert, die Straßen sind leer und so fahren wir rechtzeitig mit dem Morgengrauen am Günzer See vor, wo sich bereits ein Heer aus Fotografen eingefunden hat. Dicht an dicht stehen die Stative und wir reihen uns zunächst mit in die Front ein. Schnell wird jedem von uns jedoch klar, dass wir hier keine besonderen Bilder machen werden und so ziehen wir bereits kurz darauf mobil mit dem Auto umher um "im Feld" also genauer gesagt über die Felder robbend einige tolle Kranichaufnahmen zu machen, die wir so ganz sicherlich nicht am Günzer See bekommen hätten. Schnell ist auch dieser gemeinsame Tag wieder verflogen und das Abenteuer unserer Zingstreise vorrüber.
Für jeden von uns war die Zeit in Zingst eine Bereicherung. Nicht nur, dass es viele tolle Fotos, Naturerlebnisse und Erinnerungen gab, sondern vor allem brachte diese Reise auch wieder Gleichgesinnte zusammen und ermöglichte den Mitgliedern der Jugendgruppe das gemeinsame Ausleben ihrer großen Leidenschaft, die Naturfotografie. Alte Freundschaften wurden gefestigt und neue geknüpft, man lernte sich besser kennen oder sah sich zum ersten Mal. Und somit hatte unsere gemeinsame Reise am Ende nicht nur schöne Momente gebracht, sondern war auch Bereicherung für das ganze Leben.