Gesellschaft Deutscher Tierfotografen e.V.

Europäischer Naturfotograf des Jahres 2007

Chris Gomersall

Kurzbiografie:

Nach einem Studium in Zoologie und Botanik an der Universität von Newcastle-upon-Tyne startete Chris Gomersall (Jg. 1954) seine berufliche Karriere als Ranger in einem Naturschutzgebiet. Später erforschte er Küstenseeschwalben auf den Orkney-Inseln und Rothalstaucher auf den Shetland-Inseln als Feldbiologe für die Royal Society for the Protection of Birds (RSPB). Während dieser Zeit wuchs mit seinem Interesse für die Naturfotografie auch sein Erfahrungsschatz auf diesem Gebiet. 1984 ernannte ihn die RSPB zu ihrem Hausfotografen. Diesen Posten hatte er 14 Jahre inne. Zu seinen Aufgaben gehörte in dieser Zeit nicht nur die Dokumentation des Vogelfangens in Ghana und Südeuropa, sondern etwa auch ein ausführlicher Bericht über die Tankerkatastrophe der Braer und die fotografische Begleitung der Wiederansiedlung von Rotmilanen und Seeadlern in Großbritannien. Er ist außerdem einer der Wenigen, die jemals einen der hochgradig bedrohten Dünnschnabelbrachvögel fotografieren konnten. Seit 1998 arbeitet Chris selbstständig als Naturfotograf. Er ist Autor und Fotograf des Buches "Photographing Wild Birds" (David & Charles 2001) und war nahezu ausschließlich für die Bebilderung des Monumentalwerkes "Birds Brittanica" von Mark Cocker und Richard Mabey (Chatto & Windus 2005) verantwortlich.
Seine Fotografien erscheinen ergelmäßig in Zeitschriften wie BBC Wildlife und wurden bereits mehrfach in internationalen Wettbewerben ausgezeichnet, darunter sechs Preise beim Wildlife Photographer of the Year.
Chris leitet Fotoworkshops, führt Fotografen im In- und Ausland und arbeitet als Gastdozent für Nikon UK Ltd. Zusammen mit seiner Frau Pat und zwei Töchtern lebt er in Bedfordshire, Großbritannien.

"Fluidity"

Die Aufnahme dieses Knuttschwarms (Calidris canutus) machte ich im Oktober 2006 im Naturschutzgebiet Snettisham in Norfolk (Großbritannien). Solche Ansammlungen von Knutts sind charakteristisch während der herbstlichen Springfluten in diesem Gebiet, in dem ich seit über 20 Jahren fotografiere. Manchmal versammeln sich dort bis zu 80.000 Vögel, aber an diesem Tag waren es „nur” halb so viele. Die Knutts waren unruhig und ständing in Bewegung, wahrscheinlich wegen eines Beutegreifers irgendwo am Himmel. Mich faszinierten die wellenförmigen Bewegungen des Schwarms, und ich versuchte diesen Eindruck fotografisch wiederzugeben.

Technische Daten:

Nikon D2X, Nikon AF-S Nikkor 4.0/500 mm, ISO 800, Stativ