Gesellschaft Deutscher Tierfotografen e.V.

Europäischer Naturfotograf des Jahres 2002
Dr. Siegmar Bergfeld (GDT)

Kurzportrait

Geboren am 01.10. 1956 in Sinn / Hessen.
Aufgewachsen in Wetzlar.
Studium Humanmedizin 1976 - 1982.
Promotion, Facharztausbildung in Innerer Medizin.
Assistenz- und Oberarzttätigkeit an diversen Kliniken.
Seit 1993 Niederlassung als Internist in Braunfels.
3 Kinder

Naturfotografie

1984 begann der Internist mit Landschafts- und Reisefotografie. Seit 1996 beschäftigt er sich intensiv mit Tier- / Naturfotografie. Drei Jahre später bewarb er sich zum Vollmitglied bei der GDT und wurde aufgenommen. Im April 2001 wählten ihn die Leser der Zeitschrift "fotoMAGAZIN" zum "fM-Fotografen des Jahres" - mit einem Naturfoto.
Im Jahre 2002 kürte ihn die Jury der GDT mit seinem unheimlichen Alligator zum "Europäischen Naturfotografen des Jahres 2002".
Mittlerweile fotografiert Siegmar Bergfeld sehr gerne in seiner hessischen Waldheimat; er bereist aber auch Afrika, die USA, Indien und verschiedene Ziele in Europa.
Aktuell befasst er sich fotografisch mit dem Naturschutzgebiet "Kühkopf" (Hessen) und der Renaturierung der dortigen Auwälder.
Den 46-jährigen reizt an der Naturfotografie vor allem ein ästhetischer Bildaufbau, die Beschränkung auf Wesentliches und Lichtsituationen im Grenzbereich. Neue Sichtweisen von "alltäglicher" Natur zu entdecken, das betrachtet er als große Herausforderung.

"Geduldiges Warten"

Dr. Siegmar Bergfeld war für seinen Vortrag beim Festival in Lünen 2002 in Florida unterwegs. Die Vertrautheit der Tiere an vielen Stellen in den Everglades kommt seiner experimentellen Ader in der Naturfotografie und seiner beständigen Suche nach neuen Blickwinkeln sehr entgegen. Bei seinem Siegerbild allerdings, war auch ein bisschen Glück im Spiel, wie er selbst berichtet:
"Während Mississippi-Alligatoren den Tag träge und dösend verbringen, "mutieren" sie bei Dämmerung zu unberechenbaren, langsam und lautlos, stets lauernd dahergleitenden Jägern. Dabei strahlen sie die Unangreifbarkeit und das Selbstverständnis eines Urgiganten aus, dem seit der Saurierzeit keine andere Spezies je gefährlich werden konnte - mit Ausnahme des Menschen.
Ich versuchte, diese Stimmung bei weit fortgeschrittener Dämmerung mit einer Langzeitbelichtung von mehreren Sekunden nachzuempfinden. Die Kamera musste dabei nach Gefühl und ohne Sichtkontrolle mitgeschwenkt werden. Zu Hause war ich dann selbst überrascht, dass ich die Situation mit dieser etwas "verrückten" Methode so verdichtet zur Darstellung gebracht hatte."

Mit einem 4.0/500mm Nikkor an der F5 belichtete er die gespenstische Echse bei offener Blende mehr als fünf Sekunden. Dabei folgte er mit der Kamera auf dem Stativ dem stillen Dahingleiten des Alligators. Ein Blitz auf den zweiten Verschlussvorhang setze den nötigen farblichen Akzent in den sonst so düsteren Augen des Tieres. Fotografiert hat er mit dem Fujichrome Sensia 100.